Radevormwald: Kopfnüsse ohne Motiv – Prozess endete friedlich
zuletzt aktualisiert: 27.04.2010Radevormwald (RPO). Der Zwischenfall ereignete sich nach der Abi-Party am 20. Dezember 2009 im Bürgerhaus: Ein 28-jähriger Mann aus Radevormwald hatte nach dem Besuch der traditionellen Feier und dem einhergehenden Alkoholgenuss offenbar die Kontrolle über sich verloren. Der Einzelhandelskaufmann verpasste einem 20-jährigen Gast im Eingangsbereich des Gebäudes ohne erkennbares Motiv gleich mehrere Kopfnüsse. Wegen Körperverletzung musste sich der Mann daher gestern vor dem Amtsgericht verantworten.
Bisschen zu viel getrunken
Gegen einen bereits verhängten Strafbefehl hatte er jedoch Einspruch eingelegt, da er sich persönlich dazu äußern wollte. "Ich war an diesem Tag mit Freunden unterwegs. Wir haben auch etwas getrunken, allerdings ein bisschen zu viel", schilderte der 28-Jährige. Wodka, RedBull, Bier und "Kurze" seien während eines Zuges durch die Radevormwalder Kneipen durcheinander getrunken worden. An den eigentlichen Übergriff könne er sich jedoch nicht mehr erinnern. "Wenn da wirklich etwas passiert ist, kann ich mich nur dafür entschuldigen", erklärte er.
Das 20-jährige Opfer schilderte den Vorfall im Zeugenstand aus seiner Sicht. "Das Ganze passierte im Eingangsbereich. "Zuerst hat er meinen Kumpel blöd angemacht und dann hat er mich zur Seite gebeten. Danach kamen auch schon die Kopfnüsse", sagte der Zerspanungsmechaniker aus Rade. Mit dem Angeklagten habe er vorher noch nie zu tun gehabt.
Der Prozess endete nahezu vorbildlich. Der Angeklagte stand auf, gab dem noch im Gerichtssaal befindlichen Opfer die Hand und entschuldigte sich aufrichtig. Der 20-Jährige nahm die Entschuldigung an.
Nach dieser Szene einigten sich Staatsanwalt, Verteidiger und Richter auf eine Einstellung des Verfahrens. Als Auflage muss der Angeklagte ein Schmerzensgeld in Höhe von 500 Euro bezahlen – dafür hat er nun bis 30. Juni Zeit.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



