Radevormwald: Krawall am Busbahnhof
VON ANTJE DAHLHAUS UND WOLFGANG SCHOLL - zuletzt aktualisiert: 23.08.2009 - 18:42Radevormwald (RPO). Zu Auseinandersetzungen kam es am Samstagabend auf der Poststraße und am Busbahnhof. Zuvor hatte ein großes Polizeiaufgebot verhindert, dass linke und rechte Gruppen am Schlossmacherplatz aufeinander trafen.
Ein für die Kleinstadt Radevormwald großes Polizeiaufgebot in der Innenstadt deutete am frühen Samstagnachmittag darauf hin, dass die beiden angekündigten Wahlkampfveranstaltungen der Partei „Die Linken” und der rechtspopulistischen Bürgerbewegung „pro NRW” keine normalen Wahlveranstaltungen waren.
Angeheizt wurde die Stimmung nicht auf dem Marktplatz, sondern ab 16 Uhr auf der Kaiserstraße vor dem Schlossmacherplatz durch eine Gruppe von etwa 150 Jugendlichen. Nach Erkenntnissen der Polizei handelte es sich bei den Jugendlichen, die im Laufe des nachmittags zunehmend aggressiver wurden, um eine linksorientierte Gruppe Heranwachsender aus dem Raum Wuppertal. Die Polizei hatte am Schlossmacherplatz an mehreren Stellen mit Absperrgittern einen Korridor zwischen den Gruppen gebildet, damit direkte Auseinandersetzungen verhindert wurden.
Während mehrere hundert Bürger, unter anderem Vertreter der demokratischen Parteien, gekennzeichnet durch die Aufkleber „Rade ist bunt, Rader gegen Rechts” friedlich gegen die „pro NRW”-Veranstaltung demonstrierten, verlagerten die mehrfach schwarz gekleideten Heranwachsenden ihre Proteste zunehmend auf die Poststraße am Busbahnhof am unteren Zugang zum Schlossmacherplatz.
Mehrere Pkw beschädigt
Gegen 18.15 Uhr kam es zu einer ersten Eskalation und einigen „strafrechtlich relevanten Aktionen”, wie Polizeipressesprecher Ernst Seeberger berichtete. Jugendliche griffen mehrere Pkw von „pro NRW” mit Flaschenwürfen und Tritten an. Mehrere von Polizeibeamten identifizierte junge Leute wurden festgenommen und zur Polizeiwache gebracht. Zwei Personen erlitten Augenreizungen durch den Einsatz von Pfefferspray.
Einen zweiten Angriff auf die Fahrzeuge gab es bei deren Abfahrt vom Schlossmacherplatz gegen 19.15 Uhr. Dabei gingen im Bereich der Ausfahrt zur Poststraße auch Scheiben an den Fahrzeugen zu Bruch. Weitere Personenschäden seien nicht bekannt, teilte die Polizei mit. „Nach diesem Vorfall ist alles ruhig geblieben. Wir hatten im Laufe des weiteren Abends keine Einsätze mehr”, berichtete gestern Ernst Seeberger, der aber auch erklärte, dass umfangreich erstelltes Videomaterial von den Kollegen in den kommenden Tagen ausgewertet werde. Von einer ruhigen Jugendveranstaltung ohne Vorkommnisse wurde aus dem Bürgerhaus berichtet.
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