Kommentar: Namenlose Katze als Friedhofswärter
zuletzt aktualisiert: 26.11.2009Kommentar (RPO). Falsch geplant
Natürlich muss die Stadt sparen, daran besteht gar kein Zweifel. Wenn das Geld fehlt, kann es auch nicht ausgegeben werden. Aber dass die Kasse knapp ist, weiß die Stadt doch nicht erst seit gestern. Trotzdem ließ sie schon im Februar verlauten, dass sie nun eine Urnenwand bauen lassen möchte – um mit diesem Angebot die schlechten wirtschaftlichen Ergebnisse des Kommunalfriedhofs auszugleichen. Im Spätsommer wurde die Kühlhalle entkernt – und dann passierte erst einmal nichts mehr. Wann die Urnenwand gebaut wird? Hoffentlich im nächsten Jahr, wenn die Stadt ihre Finanzen besser einteilt. Bis dahin bleibt die unfertige Halle eine Baustelle und mögliche Einnahmen aus einem Kolumbarium Zukunftsmusik. hko
Der kommunale Friedhof wurde im vergangenen Monat extra auf Vordermann gebracht, immerhin gab es im November gleich mehrere Feiertage, bei denen der Toten gedacht wurde.
Bereits Anfang des Monats wurde Allerheiligen und Allerseelen gefeiert, am 15. November folgte der Volkstrauertag, eine Woche später war Totensonntag. Spezielle Trauerfeiern gab es auf dem Kommunalfriedhof nicht. "Aber natürlich war das Gelände für alle Besucher offen", sagt Hürrem Eski von der städtischen Friedhofsverwaltung.
Gedacht wurde sicherlich auch der vielen Opfer des Zugunglücks, dass im Jahr 1971 Radevormwald erschütterte. 46 Menschen kamen damals ums Leben, ihnen ist auf dem Friedhof ein Denkmal errichtet worden. Damals war das stilisierte Kreuz, auf dem die Posaunenengel des jüngsten Gerichts thronen, noch leuchtend weiß, heute ist es ergraut.
Die Gräber, ebenfalls alle in weiß gehalten, werden noch lange weiterbestehen: "Die Laufzeit ist von 30 auf 60 Jahre erhöht worden", berichtet Hürrem Eski. Die Stadt behandele die Gräber wie Ehrengräber, übernehme auch die Grabpflege, sollten Angehörige versterben.
Eine nicht ganz so traurige Besonderheit des Radevormwalder Kommunalfriedhofs ist die Friedhofskatze: Sie ist dem Friedhofspersonal zugelaufen. Zwar hat das Tier noch keinen Namen bekommen, "aber man könnte sagen, sie ist unser Friedhofswächter", sagt Hürrem Eski lachend.
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