Radevormwald: Neue Technik im Unterricht
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 14.01.2010Radevormwald (RPO). Die Vielseitigkeit ist enorm: Am Theodor-Heuss-Gymnasium kommen ab sofort "Active Boards" zum Einsatz. Sie ersetzen die alte Tafel und werden über einen Laptop angesteuert.
Ein neues Zeitalter ist am Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) angebrochen. Dort kommen "Active Boards" zum Einsatz. Die modernen Geräte ersetzen die alten Tafeln und werden über einen Laptop angesteuert. Ein Beamer überspielt Texte, Zahlen, Bilder und Grafiken – ein neues Unterrichtsgefühl für Lehrer und Schüler. Statt mit Kreide agiert der Lehrer mit einem Stift. Mit ihm kann er nicht nur schreiben, sondern auch Befehle über eine Werkzeugleiste eingeben: unterstreichen, entfernen, markieren.
Skizzen einscannen und einspielen
Das Board sieht aus wie eine kleine Kinofilmleinwand, auf der sich auch DVDs problemlos abspielen lassen. "Gerade für den fremdsprachlichen Unterricht, in dem Filmanalysen vorgeschrieben sind, ergeben sich fantastische Bilder", sagt Schulleiter Matthias Fischbach-Städing. Der Lehrer könne alles, was er schreibt und malt, abspeichern und wieder aufrufen. Skizzen lassen sich einscannen und über die Boards einspielen.
Active Boards
Kontingent Zurzeit sind sechs "Active Boards" im Theodor-Heuss-Gymnasium im Einsatz. Weitere drei werden in den neuen Fachräumen Biologie, Chemie und Physik zum Einsatz kommen.
Kosten Ein "Active Board" kostet nach Angaben von Schulleiter Matthias Fischbach-Städing zwischen 4500 und 5000 Euro.
Finanzierung Die Stadt Radevormwald hat die "Boards" fürs Theodor-Heuss-Gymnasium über Geld aus dem Konjunkturpaket II finanziert.
Religions- und Mathelehrer Christoph Menn-Hilger lobt die Vielseitigkeit der Boards, die für interaktiven Unterricht sorgen. "Die Aufmerksamkeit der Schüler ist größer. Das Medium ist unbekannt und bietet weit mehr Möglichkeiten als der bisherige Unterricht", sagt er. Die Stunden würden anschaulicher, der Unterricht werde präsenter. Im Lateinunterricht können die Schüler bei Übersetzungen deutlicher Strukturen erkennen, weil sich Sätze verschieben lassen. "So verstehen sie visuell viel schneller", sagt Fischbach-Städing. Auch Recherchen im Internet laufen über die "Active Boards". Selbst Texte im weltweiten Netz können markiert werden.
Zum Einsatz kommt die neue Technik in allen Fächern, Schwerpunkt sind die Naturwissenschaften. "Die Kollegen können ihren Unterricht zu Hause besser vorbereiten", sagt der Schulleiter. So hat sich Menn-Hilger auf freiwilliger Basis einen Scanner gekauft, mit dem er fast alle Lehrbücher erfasst und auf das Board aufspielen kann.
Die Schüler selbst werden aktiv und arbeiten mit der neuen Technik. "Sie haben großen Spaß. Am Anfang habe ich sie ihre Namen schreiben und malen lassen, damit sie ein Gefühl bekommen", sagt Menn-Hilger. Trotzdem vermisst er manchmal die alten Tafeln. "Im Matheunterricht konnte ich früher vier Tafelhälften beschriften, damit mehrere Schüler gleichzeitig Aufgaben lösen. Das geht nicht mehr", sagt er. Durch die neue Technik werde die Aktivität der Schüler aber deutlich erhöht.
Keine Pflicht zur Nutzung
Am THG arbeiten sieben Lehrer mit den Boards, "für die anderen gibt es keine Pflicht, sie zu nutzen", sagt Fischbach-Städing. Es gebe immer Kollegen, die damit nicht umgehen können und wollen – "und das ist völlig in Ordnung", sagt er. Solche Boards seien nur sinnvoll, wenn sie auch tatsächlich zum Einsatz kommen.
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