Radevormwald: Schunkeln wie in Kölle
VON ANTJE DAHLHAUS - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010Radevormwald (RPO). Die Galasitzung der Radevormwalder Karnevalsgesellschaft (RKG) in der Aula der Grundschule Stadt hatte viel Stimmung zu bieten. Allerdings hätte die Resonanz im Saal und so mancher Auftritt besser sein können.
Das Beste kam – wie so oft – zum Schluss: Mit dem starken Auftritt der "Domstädter" endete das offizielle Programm der Galasitzung der RKG. Die 40-köpfige Musikgruppe aus Köln brillierte mit einem Musikauftritt, der bei den einen Schunkelstimmung, bei anderen Gänsehaut erzeugte. Die Formation war nicht zum ersten Mal in Rade zu Gast, begeistert bereits bei Kölner Sitzungen und tritt auch schon mal mit Dudelsackbläsern oder prominenten Kölner Bands auf. An diesem Abend sprengten die "Domstädter" die Rader Bühne – der Elferrat trat platzbedingt in die zweite Reihe zurück. Die Musiker erhöhten mit ihrem personell dominierenden Auftritt die Anwesenheitszahl im Saal kurzfristig um 20 Prozent, denn lediglich 200 Gäste hatten den Weg in die Aula gefunden.
Umzug gesichert
Der Karnevalsumzug am Samstag, 13. Februar, ist die publikumsintensivste Veranstaltung der Stadt. Dass dieser – trotz erheblicher Schneeberge in der Innenstadt – über die Bühne gehen kann, sicherte Bürgermeister Dr. Josef Korsten auf der Sitzung zu. Dafür müssten notfalls Kräfte wie der Bauhof erneut mobilisiert werden.
Eine niedrige Zahl, die nach Einschätzung der RKG-Verantwortlichen auch durch die extrem kurze Session zustande gekommen war. Befreundete Vereine könnten dadurch nur kleinere Delegationen schicken, weil auch andere Sitzungen gleichzeitig besucht werden müssten, hieß es.
Dass der eigentliche Topact – der geschmähte Ritchie – nicht kam, erwies sich im Nachhinein als Glücksfall. Denn Künstler wie "De Knollis" bewiesen nicht nur Verlässlichkeit, sondern glänzten wie bei der Sitzung im November mit Niveau und hohem Stimmungsfaktor. Mehrfache "Zugabe"-Rufe und gut gelauntes Publikum – es war ein gekonnter Programm-Mix an diesem Abend. Ohnehin erwiesen sich die musikalischen Nummern stärker als die Büttenreden, von nicht aus dem Bauch sprechenden Bauchrednern ganz zu schweigen. Ausnahme gesanglicher Art war Ilona, angereist mit Partner Albert, und tapfer bemüht, trotz großem Resonanzkörper mit hohem Stimmchen über die im Hintergrund abgespielten Originalversionen alter Schlager hinwegzusingen. Das hätte für Heidi-Karaoke-Versionen taugen können – entsprechende Textsicherheit vorausgesetzt. Uneingeschränkt hörenswert hingegen waren die "Schlossstadtsänger Velbert" mit der geschmetterten Erkenntnis: "Engel triffst Du nur im Himmel".
Einen Gemeinschaftsauftritt zu Anfang hatten die unteren Garden der RKG, einzeln brillierten die Tanzmariechen Melanie Hasenburg und Josie Berges im klassisch rot-weißen Kostüm. Saalpräsident Werner Grimm warb wiederholt um den benötigten Nachwuchs, wenn die von Susanne Scharr betreute Gardenarbeit erfolgreich weitergehen soll. Für sie ermutigend: Ihre Tochter trat nach sechs Jahren tänzerischer Abstinenz wieder mit der großen Garde auf und zeigte zudem einen temperamentvollen Karibik-Showtanz. "Ich bin so glücklich, dass sie heute erstmals wieder auf der Bühne steht", bekannte Susanne Scharr. Da schunkelten dann auch die blaugrünen Wassergeister und die vielen anderen Jecken umso lieber.
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