Radevormwald: Spielzeug Wader stellt Insolvenzantrag
zuletzt aktualisiert: 11.02.2012Radevormwald (RP). Der Spielzeughersteller Wader Quality Toys KG hat einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht in Köln gestellt. Das teilte am Freitag Rechtsanwalt Stephan Ries von der Kanzlei Schultze & Braun mit. Die etwa 60 Mitarbeiter des Unternehmens sind gestern Mittag während einer Betriebsversammlung über die aktuelle Situation ihres Unternehmens informiert worden.
Von der Grüne auf fünf Kontinente
Wader Quality Toys ist vor knapp 56 Jahren von Hermann Wader gegründet worden. Wader hat das Unternehmen aus einem 60 Quadratmeter großen Hühnerstall zu einem Unternehmen mit mehreren Gewerbeflächen ausgebaut. Der Unternehmenssitz liegt an der Alte Landstraße 53 neben Gira. Sichtbares Zeichen des Unternehmens in der Stadt ist das große Lager im Gewerbegebiet Ost, in dem seit einigen Jahren auch ein Werksverkauf untergebracht ist. Es ist 100 Meter lang, 25 Meter breit und 19 Meter hoch und verfügt über ein hochmodernes Hochregallager. In die Halle sind bis 2004 nach damaliger Aussage etwa 5,5 Millionen Euro investiert worden, eine Million von Wader Quality Toys.
Wader hat für seine Spielzeuge Kunststoff-Halbteile produziert. Nach deren Deponierung in einem Zwischenlager folgt das Zusammensetzen auch in Behindertenwerkstätten. Von diesen Standorten führt der Weg der Waren oft wieder an die Max-Planck-Straße, von wo aus ausgeliefert wurde.
Aus dem neuen Katalog für 2012, den zwei grüne Traktoren zieren, geht hervor, dass das pädagogisch wertvolle Spielzeug aus Kunststoff von Radevormwald aus in 35 Ländern auf fünf Kontinenten verkauft wird. Zum Standardprogramm gehören mehr als 200 Kunststoff-Produkte wie Baustellenfahrzeuge, Dreiräder und Strandspielzeuge.
Positive Perspektive
Nach ersten Gesprächen mit Gläubigern und Vertragspartnern sieht der vorläufige Insolvenzverwalter derzeit gute Chancen für eine Sanierung des angeschlagenen Spielwarenherstellers. "Durch die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes werden die Mitarbeiter nun ganz kurzfristig ihre Januarlöhne beziehen. Der Geschäftsbetrieb kann vorerst uneingeschränkt fortgeführt werden", teilt Stephan Ries mit.
Dies gebe dem Insolvenzverwalter einige Wochen Zeit, die Situation zu stabilisieren und nach geeigneten Sanierungslösungen zu suchen. "Ich bin sehr zuversichtlich. Die Marke ,Wader' ist weithin bekannt und nach wie vor sehr gefragt. Viele Erwachsene kennen Spielzeug von Wader aus ihrer eigenen Kindheit", schreibt der Rechtsanwalt.
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