Radevormwald: Stadt der tanzenden Männer
VON ANDREAS SPEEN - zuletzt aktualisiert: 01.12.2006Radevormwald (RPO). Im ausverkauften Bürgerhaus traten Götz Alsmann und sein Band auf. Der Kulturkreis hatte den Künstler aus Münster eingeladen, und der erlebte den Höhepunkt seiner „Kuss“-Tournee in Radevormwald.
Kulturkreis
Die nächsten Termine:
17. Dezember: Hänsel und Gretel (Remscheid)
24. Januar: Alte Freunde
14. Februar: Mamma Medea
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Götz Alsmann ist mit seinem westfälischen Antlitz erstmals nach Radevormwald gereist, um es im Bürgerhaus vor Publikum zu präsentieren. Er gab den Entertainer mit dem enormen Wortschatz, für den andere Menschen ein Fremdwörterbuch benötigen. Und er gab den Clown, der traurig sein kann.
Grundsätzlich aber war Götz Alsmann bei bester Laune, auch wenn das zuerst unklar war. Er sang von seinem Herz, das er nur verschenkt, wenn er in Stimmung ist – dass er das am Mittwochabend bei seinem Auftritt im Bürgerhaus war, besang er erst später: „Ist das heute nicht ein wunderbarer Tag!“
Mit manchem Schabernak
Mit manchem Schabernak unterhielt der Münsteraner, während er immer wieder über das Küssen und dessen Folgen sang. Alsmann hatte schnelle Polka im Programm. Und sehr schnelle Polka, weil er das sehr männlich findet. Solche Musik sei er dem Publikum schuldig. Immerhin befinde er sich „in der Stadt der tanzenden Männer und der willigen Frauen“.
Dass er sich für solche Frauen interessiert, hätte im Saal zuerst niemand gedacht – denn erst am Vorabend seines 30. Geburtstags, gerade lag Götz Alsmann in seinem Kinderzimmer auf dem Bett, beschloss er: „Ich will ein Küsser werden.“ Das Erste, was er küsste, war ein Stück blutiges Kalbsfleisch, das Zweite ein Karpfen, der sich in einen wunderschönen Frosch verwandelte und ihn zu einem Kuss-Seminar einlud. Das nun gibt Götz Alsmann zurzeit für andere Menschen in dem Programm „Kuss“ wieder, mit dem er auf Tournee ist. Er erklärte: „Für Sie ist dieser Abend nur einer unter vielen moralisch wertvollen und kulturell hochstehenden Abenden. Für uns ist der Auftritt in Radevormwald der Höhepunkt unserer Tournee.“
Mit „uns“ meinte Götz Alsmann seine mitreisende Boygroup, die jedem Schlagzeuger mit ihrer schlichten Eleganz das Herz aufgehen ließ: Markus Passlick (Percussion), Rudi Marhold (Schlagzeug) sowie Altfrid Maria Sicking (Vibraphon) und Michael Müller (Bass). Mit viel Applaus und nach drei Zugaben schickte das vor allem von der zweiten Hälfte begeisterte Publikum die Künstler nach Hause.
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