Radevormwald: Sturmböe brach Kreuz ab
VON ANDREAS SPEEN - zuletzt aktualisiert: 20.01.2009Radevormwald (RPO). Für mehrere Stunden musste gestern die Uelfestraße gesperrt werden, weil das Kreuz vom Turm der Martini-Kirche auf den Gehweg und auf die Straße zu stürzen drohte.
Kurz vor Mittag muss die Uelfestraße gesperrt werden. Für Autofahrer und Fußgänger ist es dort zu gefährlich geworden. Von der Martini-Kirche droht das Kreuz auf den Boden zu stürzen. Der in Böen sehr kräftige Wind hatte es abgeknickt. Mitarbeiter der Sparkasse hatten das aus den Büros gesehen. Sie alarmierten die Kirchengemeinde. "Die Feuerwehr hat sich das Kreuz bereits vom Leiterwagen aus angeschaut – wie eine Blechdose ist die Kirchturmspitze mit dem Kreuz eingeknickt", weiß wenige Minuten später Pastor Johannes Dress zu berichten. Fassen kann er nicht, was er sieht.
Vor allem aber ist er die nächsten Stunden, bis das Kreuz abmontiert werden kann, in großer Sorge. Immer wieder rüttelt Wind am Kreuz, dessen Gewicht auf 800 bis 1000 Kilogramm geschätzt wird, inklusive der Turmspitze. "Hoffentlich bricht es nicht ganz ab und fällt aufs Kirchendach oder auf die Straße, hoffentlich fällt es niemandem auf den Kopf", sagt Johannes Dress.
Uelfestraße stundenlang gesperrt
Polizei und Ordnungsamt kommen, um die Uelfestraße von der Hohenfuhrstraße bis hinunter zum Festplatz zu sperren. Die Drehleiter der Feuerwehr reicht nicht aus, um das Kreuz ganz zu erreichen. Es fehlen zwei Meter. Um 13.30 Uhr bauen Mitarbeiter von Kran Lorenz einen schweren Kran auf. Ein weiteres Firmenfahrzeug liefert einen roten Korb an, in den später die Mitarbeiter und Dachdecker steigen, um das Kreuz mitsamt der Turmspitze zu sichern und anschließend abzumontieren. Aus dem Korb heraus bewegen sie das Kreuz so lange hin und her, bis sie es vom Kirchturm bekommen.
Walter Bleichert schaut vom Straßenrand aus zu und erinnert sich: "Einmal war der Hahn auf der Reformierten Kirche schief und zwar während auf dem Marktplatz ein Fest lief. Das war auch eine heikle Sache." Für Richard Thiel hingegen reicht die Situation gestern schon: "Ich wohne 70 Jahre neben dieser Kirche. Zu der gehört für mich das Kreuz einfach dazu." In der nächsten Zeit muss er auf diesen gewohnten Anblick verzichten.
An der Uelfestraße abgeladen, sehen Dachdecker Christof Bleichert und die Gemeindemitarbeiter, wieso eine Sturmböe das Kreuz abknicken konnte. Pastor Dress fasst den Anblick zusammen: "Das Kreuz ist mit einem senkrechten Balken auf der Turmspitze montiert gewesen, und der war morsch." So konnten die Spitze und das Kreuz, die zusammen fünf Meter lang sind, abbrechen. Die Turmspitze muss vollständig saniert werden, dafür muss auch die obere Zwiebel abgenommen werden, "nur so kann ein neuer Aufbau für das Kreuz hergerichtet werden", erläutert Pastor Johannes Dress. "Das dauert Monate." Er hofft, dass die Versicherung für diesen Sturmschaden aufkommt.
Bewegend für Pastor Dress ist, als das Kreuz in die Werkstatt abtransportiert wird. "Für uns ist das Kreuz ein Heilszeichen, es ist für uns das wichtigste Zeichen, weil Christus am Kreuz gestorben ist", erklärt der Geistliche, während die Handwerker das Loch im Turm abdichten.
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