Radevormwald: Umbau kostet zwei Millionen mehr
VON WOLFGANG SCHOLL UND ANDREAS SPEEN - zuletzt aktualisiert: 12.11.2008 - 12:01Radevormwald (RPO). Der Umbau des alten „aqua fun“ zum Freizeitzentrum „life-ness“ wird wohl 5,5 Millionen Euro kosten statt geplanter 3,5 Millionen. Das räumt der Aufsichtsrat ein. Am 6. und 7. Dezember ist Tag der offenen Tür, die offizielle Eröffnung entfällt. Die Stadt erhöht ihre Bürgschaft um zwei Millionen.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Dietmar Stark (SPD) und Stellvertreter Dietmar Busch (CDU) gingen Dienstag an die Öffentlichkeit. Sie erklärten die Modalitäten der Eröffnung des „life-ness“ und berichteten über massive Finanzprobleme.
Eröffnung Wie nach der Verschiebung (Ende Oktober) geplant, sind im „life-ness“ am 6. und 7. Dezember Tage der offenen Tür. Der Betrieb startet am Montag, 8. Dezember. Die offizielle Eröffnung mit geladenen Gästen entfällt.
Verteuerung Mehr als 3,5 Millionen Euro durfte die Bäder GmbH nicht in das „life-ness“ investieren. „Die Summe wird deutlich überschritten“, sagte Stark. Den „kurzfristigen Liquiditätsbedarf“ bezeichnete er mit 1,8 Millionen Euro. Um die Zahlungsunfähigkeit (Insolvenz) zu vermeiden, wurde die Kreditlinie um zwei auf 5,5 Millionen Euro erweitert.
Gesamtschulden Auf dem Zentrum „life-ness“ liegen sieben Millionen Euro Altschulden des „aqua fun“. Hinzu kommen die 5,5 Millionen. Für diese 12,5 Millionen bürgt die Stadt, so Stark. Als Pfand dienen die Anteile an den Stadtwerken.
Bürgschaft Im Auftrag des Aufsichtsrats war Stadtkämmerer Rainer Meskendahl am Montag bei der Kommunalaufsicht in Gummersbach. Er erklärte: „Diese hat mir erklärt, dass sie die Erweiterung der Bürgschaft um zwei Millionen trotz der schwierigen Haushaltslage genehmigt, wenn die Fortführung des Projektes wirtschaftlich sinnvoller ist als das Ende mit Antrag auf Insolvenz.“ Der Kreis geht davon aus, dass die Stadt den Nachweis bringt. „Sie rät uns, auf die große offizielle Eröffnung zu verzichten.“
Rolle des Aufsichtsrates Stark sagte, dass der Aufsichtsrat am 4. November vom Wirtschaftsprüfer des Unternehmens erfuhr, dass Mehrkosten entstanden sind. Das Ergebnis einer vom Aufsichtsrat beauftragten Sonderprüfung ergab am 7. November eine genauere Summe. „Der Aufsichtsrat wurde zu keinem Zeitpunkt zuvor informiert, dass die Investitionskosten derart exorbitant gestiegen sind“, sagte Stark.
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