Radevormwald: Zukunft hält langsam Einzug
VON ANTJE DAHLHAUS - zuletzt aktualisiert: 22.02.2010Radevormwald (RPO). Naturwissenschaftlicher Trakt des THG eröffnet. Schulfest zur Einweihung. Unterhaltsames Programm begeistert die Besucher. Schulleiter Fischbach-Städing: Lehrpläne müssen entrümpelt werden.
Bei der Eröffnung des naturwissenschaftlichen Traktes griff Matthias Fischbach-Städing zur gedanklichen Krone. Drei Juwelen funkelten schon mit Aula, neuer Mediothek und Mensa, "jetzt ist mit den neuen naturwissenschaftlichen Räumen ein viertes Juwel hinzugekommen".
Mit dem Schulfest des THG am Samstag wurden die drei frisch renovierten Räume quasi eingeweiht, erst einen Tag vorher waren Generalproben für die Vorführungen am Samstag möglich.
Den Auftakt machten Siebtklässlerinnen, die in der vorausgegangenen Projektwoche selbst Kosmetika erstellt hatten. "Chemie ist, wenn es raucht und stinkt" – diesen Grundsatz hatte Lehrerin Ursula Diaczyszyn bei der Eröffnung des Chemieraumes locker über Bord geworfen. Sie ließ ihre Schülerinnen Shampoo und Cremes erstellen, Lavendelduft statt müffelnder Substanzen. "Leider ist die Erstellung von Kosmetika aus den Lehrplänen verschwunden", sagte sie, dabei biete sich damit eine gute Chance, auch Mädchen für die oft unpopulären Naturwissenschaften zu begeistern.
Haushaltsmittel
160 000 Euro hat die neue Ausstattung der drei naturwissenschaftlichen Räume gekostet. Die Mittel stammen nicht – wie bei den White-Boards – aus dem Konjunkturpaket, sondern sind Haushaltsmittel-Rückstellungen.
Mehr Sicherheit
Glücklich über die moderne Technik war auch Volker Blocksiepen, der in Physik-Schülerversuchen mittels Mini-Geysiren Siedeprozesse demonstrierte. Außerdem zeigte er die neuen Armaturen, die per Schalter von der Decke klappen und die alten Kacheltische nebst fester Steckdosen und Gasanschlüsse ersetzen. Ein wesentlicher Vorteil ist die höhere Sicherheit – für die Schüler, aber auch für die Armaturen, die vor Beschädigung geschützt sind. "Wir möchten den Schülern eine zeitgemäße, adäquate Ausbildung ermöglichen", sagte Fischbach-Städing.
Und dass die modernen Arbeitsplätze Raum für weitere Zukunftsmusik bieten, machte Ursula Diaczyszyn deutlich. "Falls die Schule eines Tages Laptops für Schüler bereitstellen kann", sagt sie, "dann könnte man die hier anschließen." Vorerst kämpft das Kollegium mit der aktuellen Technik. Auch der naturwissenschaftliche Trakt wurde mit White-Boards ausgestattet. In der Kombination mit dem Laptop für die Biologie ließe sich theoretisch ein Frosch an der einstigen Tafel. Und als es bei der Vorführung hakte, scherzte Schulpflegschaftsvorsitzender Dr. Bernd Richter: "Dafür gibt es Schüler, die helfen."
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