Radevormwald: Zwei Listen für Integrationsrat
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 06.01.2010Radevormwald (RPO). Die "Migrantenvertreter" und die "Rader Migranten" kandidieren fürs neue Gremium, das am 7. Februar gewählt wird und den Ausländerbeirat ablöst. Der hatte in den vergangenen Jahren kaum getagt. Das soll sich jetzt ändern.
Die Entscheidung ist gefallen: Der Wahlausschuss hat gestern Nachmittag die zwei Listen "Migrantenvertreter" und "Rader Migranten" zur Integrationswahl am Sonntag, 7. Februar, zugelassen. Beide Listen hatten bis Montag, 15 Uhr, die nötigen Unterlagen samt 20 Unterstützungsunterschriften beim Wahlamt im Rathaus abgegeben.
Der Integrationsrat löst den Ausländerbeirat ab, der 2004 zwar gewählt, in der Wahlperiode aber kaum getagt hatte. "Viele Mitglieder hatten das Interesse verloren, so dass wir kaum etwas erreicht haben", sagt der noch amtierende Vorsitzende Alaettin Sarial, im Gespräch mit der BM. Er kandidiert für die "Rader Migranten".
Das neue Gremium soll nach seinen Vorstellungen anders arbeiten. "Wir müssen uns besser organisieren. Wer kein Interesse hat, aktiv mitzuarbeiten, sollte sich nicht aufstellen lassen. Auch wer keine Zeit hat, sollte anderen eine Chance zur Mitarbeit geben", sagt Sarial.
Integrationsrat
Zusammensetzung Die Wahl des Integrationsrates wird von der Gemeindeordnung gefordert. Der neue Rat besteht aus elf stimmberechtigten Mitgliedern.
Wahl Sie findet statt am Sonntag, 7. Februar, 8 bis 18 Uhr – per Briefwahl oder im Wahllokal (Service-Büro, Rathaus, Hohenfuhrstraße). Es gibt 1909 Wahlberechtigte. Wahlbenachrichtigungen werden bis 18. Januar verschickt.
Bewerber Beide Listen stammen aus dem türkischen Kulturkreis. Die "Migrantenvertreter" rekrutieren sich vornehmlich aus dem türkischen Kulturverein. Die "Rader Migranten" stammen aus fast allen Gebieten der Türkei.
Beide Listen, die im Vorfeld untereinander bereits lockeren Kontakt hatten, hätten seiner Ansicht nach großes Engagement gezeigt. "Ich gehe davon aus, dass es in beiden Listen genügend Kandidaten gibt, die aktiv arbeiten wollen", sagt Sarial. Er habe in den vergangenen Wochen und Monaten intensive Aufklärungsarbeit geleistet. Er habe versucht, geeignete Kandidaten zu finden, ihnen die Aufgaben im Integrationsrat erklärt. "Es müssen alle mit anpacken", fordert Sarial. Im Mittelpunkt der Arbeit des Integrationsrates müsse die (Schul-)Bildung der Jugendlichen stehen. "Hier müssen wir das Interesse der jungen Leute wecken. Die ausländischen Kinder sind nicht dumm, wir müssen sie in die richtigen Bahnen lenken", findet Sarial. Außerdem sei Integration im Allgemeinen wichtig. Hier solle sich der neue Integrationsrat informieren, wie Integration funktionieren kann. "Es gibt genügend Institute, die entsprechende Infoveranstaltungen anbieten", sagte Sarial.
In Radevormwald funktioniere Integration schon, "aber ob sie erfolgreich ist, hängt vom jeweiligen Blickwinkel ab", findet er. Er habe festgestellt, dass Integration unter jungen Leuten oftmals reibungsloser klappe als bei älteren Menschen. "Das mischt sich in Gaststätten, Kneipen und Restaurants bei Jüngeren oft schneller", sagt er.
Er hoffe, dass der neue Integrationsrat gestärkt in seine Arbeit geht. "Die Stadt Radevormwald wird uns ganz sicher unterstützen. Der Ausländerbeirat war doch eher auf sich alleine gestellt", findet Sarial.
Er habe eine große Motivation unter den ausländischen Mitbürgern festgestellt. Deshalb rechne er auch mit einer sehr hohen Wahlbeteiligung. "Vor allem die jungen Leute sind sehr interessiert", sagt Sarial.
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