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Remscheid: Alleeöffnung weiter unklar

VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 18.03.2010

Remscheid (RPO). Vor der Umsetzung des Ratsbeschlusses müssen die Anlieger in einer Bürgerversammlung gehört werden. Das fordert die Bezirksregierung. Bei einer SPD-Veranstaltung gab es Kritik an der Stadtentwicklung.

Die untere Alleestraße soll nach dem Willen der Ratsmehrheit in einer Testphase für den Autoverkehr geöffnet werden. Nun werden dazu die Anlieger gehört. Foto: RPO

Die Sorge um die Zukunft der Remscheider Innenstadt ruft viele Bürger auf den Plan. Die Entwicklung der City und besonders die der Alleestraße hatte die SPD-Fraktion der Bezirksvertretung Alt-Remscheid zur Diskussion gestellt, und mehr als 60 Besucher suchten den Dialog mit Politik und Verwaltung.

"Heute Abend sollen Sie zu Wort kommen", versprach Bezirksbürgermeister Otto Mähler den Gästen, die vom Times-Café aus einen vielsagenden Blick in die triste Umgebung rund um den Remscheider Markt hatten. Zuvor skizzierte Stadtplanungsamtsleiter Hans-Gerd Sonnenschein kurz den Ablauf der geplanten Öffnung der unteren Alleestraße für den Fahrzeugverkehr. Ganz so einfach wird diese Maßnahme zur Belebung der Einkaufsmeile nicht gelingen. "Wir sind eine der ersten Städte, die dieses Thema angeht. Deshalb sind wir gewissermaßen Vorreiter in Düsseldorf", nahm Sonnenschein Bezug auf Absprachen mit der Bezirksregierung. Vor der Umsetzung des Ratsbeschlusses müssen die Anwohner in einer Bürgerversammlung gehört werden.

Info

Termin Ende März

Konzept Die vom Rat beschlossene Öffnung der Alleestraße darf die Stadt nichts kosten. Mit provisorischen Mitteln wie Fahrbahnmarkierungen soll der Verkehr geregelt werden.

Bürgerdialog Zu der Maßnahme sollen sich die Bürger bei einer Anhörung voraussichtlich am 30. März im großen Sitzungssaal des Rathauses äußern können.

Reska: Regionale 2006 misslungen

Und die scheinen sich mit dem Autoverkehr vor ihrer Haustür nicht anfreunden zu können. "Das Parkhaus an den Allee-Arkaden wird viel zu wenig publik gemacht. Von dort ist man doch ruckzuck auf der Alleestraße", wies eine Dame auf die bereits vorhandenen kurzen Wege zu den Geschäften hin. Zumal die Belastung durch fahrende und parkende Autos in der Nähe der Stadtkirche schon heute eine Zumutung sei, lautete eine weitere Kritik.

Dass die Öffnung den erforderlichen Impuls für die Stadt bringt, bezweifelte auch Architekt Friedhelm Reska, der einst für die SPD im Stadtrat saß. Er hatte bei einem abendlichen Spaziergang mit der Kamera die früher pulsierende Remscheider Mitte im Bild eingefangen, wie sie sich nun heute darstellt. Fazit: Mit Ein-Euro-Läden, Internetcafés, Imbissbuden, Leerständen und Dreck-Ecken hat die Stadt kein Alleinstellungsmerkmal. "So sieht's in anderen Kommunen auch aus." Für Reska ist die Regionale 2006 misslungen. Notwendige und mutige Schritte der Umstrukturierung seien nicht angepackt worden, eine verfehlte Stadtplanung zeige sich genauso vor dem Teo Otto Theater und am Ebertplatz.

Ralf Wieber, der eine Tanzschule betreibt, brachte Fördermöglichkeiten aus dem Netzwerk Innenstadt NRW ins Spiel, von denen Remscheid profitieren könnte. "Gelder aus diesen Töpfen zu bekommen ist schwierig. Dazu müssen wir private Investoren ins Boot nehmen", sagte Sonnenschein.

Quelle: RP

 
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