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Remscheid: Ampeln gegen Schadstoffe

VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 03.11.2007

Remscheid (RPO). Neue Lichtzeichen-Anlagen sollen den Verkehr auf der Freiheitstraße „verflüssigen“. Das ist nur ein Teil des städtischen Aktionsplanes zur Reduzierung der Luftbelastung. Die Politik ist skeptisch.

Greift die Stadt im Vorfeld nicht steuernd ein, wird die Schadstoffbelastung in der Luft an der Freiheitstraße in zwei Jahren die gesetzlichen Grenzwerte für Stickstoffdioxid überschreiten. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des städtischen Umweltamtes. Für vier viel befahrene Straßenabschnitte im Stadtgebiet (Freiheitstraße, Vieringhausen, Lenneper Straße, Burger Straße) hat das Amt Modellrechnungen erstellt, mit denen die Luftbelastung ermittelt werden kann. Zwar sind die Werte insgesamt leicht rückläufig. Handlungsbedarf sieht die Stadt dennoch.

Luftreinhalteplan droht

Info

Auftrag der Politik

Im März lagen die Modellrechnungen von den vier Messpunkten vor. Nach Bekanntwerden bekam die Stadtverwaltung von der Politik den Auftrag, einen Notfallplan zu entwickeln, mit dem ein Überschreiten der Grenzwerte verhindert werden kann.

Auch weitere regelmäßige Messungen soll es geben.

Noch liegen die Werte an der Freiheitstraße mit 44 Nanogramm unter dem zulässigen Grenzwert (46). Diese Grenze aber wird in den nächsten Jahren weiter abgesenkt. Ändert sich nichts an der Situation in der Freiheitstraße, wird man 2009 die Messlatte (40) reißen. Dann droht ein vom Land diktierter Luftreinhalteplan.

Um dem vorzubeugen, schlägt das Umweltamt mehrere Strategien vor, die sich ergänzen sollen. Teuerster und politisch umstrittenster Schritt ist der Austausch von fünf Lichtzeichenanlagen an der Freiheitstraße. Die neuen Ampeln sollen sich leichter zu einer grünen Welle aufschalten lassen und damit den Verkehrsfluss „verflüssigen“, erklärte Amtsleiter Wolfgang Putz im Umweltausschuss. Das tut auch der Luft gut. 150 000 Euro soll das, verteilt auf zwei Jahre, kosten.

Eine Investition, mit der sich die SPD schwer tut, zumal sie nicht überzeugt ist, „dass man mit Ampeln Schadstoffe einsparen kann“, sagte Sprecher Volker Apmann. Zur Klärung soll sich nun auch der Bauausschuss damit beschäftigen.

Putz warb auch für die zweite, wesentlich billigere Strategie. Durch eine bessere Ausschilderung des neuen Burgholz-Tunnels auf den Wuppertaler Südhöhen soll Verkehr, der in Richtung Autobahn 46 unterwegs ist, frühzeitig von der B 229 ferngehalten werden. Putz ist überzeugt, dass vor allem auswärtige Fahrer diese neue Verbindung zum Somborner Kreuz noch nicht kennen. Schilder könnten helfen. Als dritte Maßnahme sei ein Tempolimit auf den betroffenen Teilstücke denkbar. Auch das führe zu einer geringen Reduzierung der Schadstoff-Emissionen.

Quelle: RP

 
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