Remscheid: Amtsarzt mahnt: Jetzt vor Viren schützen
VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 08.12.2010Remscheid (RPO). Die Noroviren sind auf dem Vormarsch. In Leverkusen spricht der örtliche Amtsarzt bereits von einer "regelrechten Epidemie". Remscheid blieb bislang von einer Welle des tückischen, weil hoch ansteckenden Magen-Darm-Virus verschont. Doch Dr. Frank Neveling, Leiter des städtischen Gesundheitsamtes, rechnet damit, dass sich das Norovirus auch in der Werkzeugstadt bemerkbar macht: "Das kann jederzeit losgehen."
Allerdings gibt es noch weitere Erreger, vor denen die Bürger sich mindestens genauso wirkungsvoll schützen sollten. Denn während das Gesundheitsamt bislang noch keinen Fall einer vom Norovirus verursachten Darmgrippe verzeichnet hat, gibt es außergewöhnlich viele Erkrankungen an Scharlach, berichtet Neveling.
Symptome: Fieber und Schmerzen
Kinder reagieren darauf mit Fieber, Schluckbeschwerden sowie Symptomen einer Rachen- oder Mandelentzündung. Auch Erwachsene können daran erkranken und haben dann meist Schluckbeschwerden. "In solchen Fällen sollten die Patienten sofort zum Arzt gehen", rät Neveling. Dieser verschreibt dann in der Regel ein Antibiotikum. Denn Scharlach wird nicht von einem Virus verursacht, gegen das Antibiotika weitestgehend wirkungslos sind, sondern von Bakterien, den so genannten Streptokokken.
Mit einer Welle der saisonalen Grippe rechnet Neveling erst nach der Weihnachtszeit. Bislang sei ihm noch keine Erkrankung gemeldet worden. Womöglich hat Neveling selbst dazu beigetragen, dass die Zahl gering bleibt: Insgesamt 450 Impfungen haben er und seine Kollegen an Bürger und städtische Mitarbeiter verabreicht. Der Wirkstoff beugt automatisch auch der Schweinegrippe vor.
Um sich zu schützen, rät Neveling den Bürgern zu verstärkter Handhygiene. Nach jedem Ausflug in die Stadt sollten die Hände gründlich gewaschen werden. Auch ein alkoholhaltiges Desinfektionsmittel leiste gute Dienste, vor allem dann, wenn man von einem Erkrankten komme. Wichtig: Selbst wenn die Patienten genesen sind, können sie insbesondere das Norovirus noch wochenlang übertragen.
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