Remscheid: Anklage: Bande stahl Schmuck und Juwelen
zuletzt aktualisiert: 24.07.2010Remscheid (RPO). Juweliere, Goldschmiedebetriebe, Fachgeschäfte – potenziell hochwertige Beute hatte eine deutsch-polnische Diebesbande im Visier, die zwischen Januar und Dezember vergangenen Jahres zahlreiche Einbrüche unter anderem in Remscheid, Düsseldorf und Essen begangen haben soll.
Ab dem 4. August müssen sich die sechs Männer im Alter zwischen 23 und 54 Jahren vor dem Wuppertaler Landgericht verantworten. 20 Verhandlungstage sind angesetzt, ein Urteil soll im November gesprochen werden.
In Remscheid soll die Bande für die Einbrüche in ein Reitsportgeschäft, ein Juweliergeschäft und eine Juwelierwerkstatt im Januar und März 2009 verantwortlich sein. Der Sachschaden beträgt mehrere 100 000 Euro. Aus dem Geschäft stahlen die Diebe wertvolle Sättel und darüber hinaus den Firmentransporter in einem Wert von über 50 000 Euro. Aus dem Juweliergeschäft am Remscheider Markt verschwand Schmuck im Wert von mindestens 350 000 Euro, sagte ein Sprecher des Landgerichts. In der Lüttringhauser Juwelierwerkstatt betrug der Schaden gut 40 000 Euro.
Der spektakulärste der Fälle: Im Juni vergangenen Jahres sollen zwei der Angeklagten an dem Diebstahl des Bischofsstabes von Clemens August Kardinal Graf von Galen, der von 1933 bis 1946 Bischof von Münster war, sowie eines Altarkreuzes aus dem Familienbesitz der von Galens aus der Basilika St. Ludgerus in Essen-Werden beteiligt gewesen sein. Dieses Diebesgut soll den Erkenntnissen zufolge später in Polen zum Verkauf angeboten worden sein.
Die bisherigen Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft haben ergeben, dass die sechs Bandenmitglieder in wechselnder Besetzung und in unterschiedlichem Umfang an den Einbrüchen beteiligt waren. Dem mutmaßlichen Kopf der Bande, Dariusz S. (35) aus Düsseldorf, werden allein neun Straftaten zur Last gelegt. Geschnappt wurde die Bande im Dezember 2009. Dadurch wurde noch Schlimmeres verhindert, denn sie war auf dem Weg zu einem Raubüberfall auf einen Juwelier an der Düsseldorfer Königsallee.
Die Anklage am Landgericht Wuppertal lautet unter anderem auf schweren Bandendiebstahl. Dafür sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren vor.
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