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Remscheid: Anwohner bleiben misstrauisch

VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 16.01.2009

Remscheid (RPO). Mehr als 90 Gäste führten bei der Bürgerversammlung zur geplanten Bebauung am Friedhof Albrecht-Thaer-Straße eine lebhafte Diskussion. Die Fronten blieben indes verhärtet.

Lenneps Bezirksvorsteher Dr. Dieter Rohrweck (stehend, r.) moderierte die Diskussion. Er erinnerte daran, dass auch in Bergisch Born schon Baupläne von Bürgern gekippt werden konnten.  Foto: RPO
Lenneps Bezirksvorsteher Dr. Dieter Rohrweck (stehend, r.) moderierte die Diskussion. Er erinnerte daran, dass auch in Bergisch Born schon Baupläne von Bürgern gekippt werden konnten. Foto: RPO

Misstrauen und Skepsis, das waren ganz offensichtlich die vorherrschenden Gefühle der Anwohner, die sich am Mittwochabend zur Bürgerversammlung in der Lenneper Freiherr-vom-Stein-Grundschule einfanden. Mehr als 90 Gäste waren der Einladung der Stadtverwaltung gefolgt, um von ihr Details zur geplanten Bebauung an der Albrecht-Thaer-Straße zu erfahren. Die Diskussion moderierte Bezirksvorsteher Dr. Dieter Rohrweck.

Die Evangelische Kirchengemeinde Lennep überlegt, auf einem Grünstreifen, der dem Friedhof bislang als Reservefläche diente, parallel zur Brehmstraße mehrere Häuser für das betreute Wohnen von Senioren zu errichten. Außerdem sollen parallel zum Luchsweg drei Einfamilienhäuser entstehen, die nicht für Senioren vorgesehen sind. Gegen all dies laufen Anwohner von Brehmstraße und Luchsweg Sturm. Mehr als 800 Unterschriften haben sie gesammelt. Sie sollen Anfang Februar an Oberbürgermeistern Beate Wilding übergeben werden.

Info

Bürgerbeteiligung

Die Baupläne liegen noch bis zum 30. Januar in der Stadtverwaltung, Ludwigstraße 14, und im Standesamt, Thüringsberg 20, aus.

Die gesammelten Anregungen sollen in das weitere Verfahren einfließen. Bei einer weiteren Auslegung der Pläne können die Bürger dann nochmals ihre Kritik äußern, versicherte Sabine Strüwe-Rosenbaum vom Fachdienst Bauordnung und Bauleitplanung.

Wider den Flächenfraß

Die Grundstücke der Anwohner grenzen an die überplante Grünfläche, die sie gerne als Stadtbiotop erhalten sehen wollen. Sie wehren sich gegen den geplanten Flächenfraß und argumentieren, dass es genügend andere Grundstücke gibt, auf denen ein solches Projekt umgesetzt werden kann, beispielsweise auf dem Gelände des ehemaligen Lenneper Krankenhauses. Dabei seien sie nicht grundsätzlich gegen das betreute Wohnen von Senioren, betonten die Bürger. Es sei nur fraglich, warum dafür eine bislang unverbrauchte Fläche geopfert werden muss.

Misstrauen erweckt auch der Umstand, dass die Stadtverwaltung zwei weitere Planungsvarianten entwickelt hat, die kein Seniorenwohnen vorsehen, sondern die Bebauung mit ganz "normalen" Einfamilienhäusern. Pfarrerin Iris Giesen betonte, dass diese Pläne gegen den Wunsch der Kirche erstellt wurden, und dass die Gemeinde von ihrem Vorhaben, Seniorenwohnungen zu errichten, nicht abweichen wird. Diesen Zusicherungen zu vertrauen fiel den Bürgern indes schwer. Was, wenn die geplante niedrige, zweigeschossige Bebauung plötzlich aufgestockt werden soll? Läuft das Bauverfahren erst mal, kann dagegen nichts mehr getan werden, befürchten sie.

Bemerkenswert ist, dass sich bei der Veranstaltung auch viele Befürworter zu Wort meldeten oder bei entsprechenden Stellungnahmen applaudierten. 800 Unterschriften, das sei nur ein geringer Prozentsatz an der Gesamtzahl der Lenneper Bevölkerung, die nichts gegen die Pläne habe oder die ihnen zumindest egal sind, argumentierte einer von ihnen. Ein anderer erinnerte daran, dass sich Anwohner schon über den ungepflegten Zustand des Biotops beschwert hätten. Viele Unterschriften würden zudem auch zusammen kommen, wenn die Umfrage anders lauten würde: "Wollen Sie ein Gelände für Hasen und Fledermäuse erhalten oder für Senioren bereit stellen?"

Quelle: RP

 
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