Remscheid: Auf dem Weg zur Cheerleaderin
VON JAN DOBRICK - zuletzt aktualisiert: 06.04.2010Remscheid (RPO). lennep Jacqueline ist nervös. Drei Stunden hat die Remscheiderin auf ihren Auftritt gewartet. Nun ist sie endlich an der Reihe, präsentiert die gelernte Choreographie und – überzeugt die Jury. Zufrieden ist die Siebzehnjährige mit ihrem Auftritt beim Cheerleader-Casting im Fitnessstudio FitGym24 trotzdem nicht: "Meine Leistung hätte besser sein können", gibt sie sich selbstkritisch. Die Miene von Matthias Picard spricht da eine andere Sprache, denn der Juror füllt lächelnd den Bewertungsbogen aus. Picard ist PR-Manager des Football-Regionalligisten AFC Remscheid Amboss und sucht für die Cheerleader-Gruppe "Blue Fire" nach neuen Tänzerinnen im Alter zwischen 15 und 28 Jahren. Bei Jacqueline und fünf weiteren Mädchen ist er fündig geworden.
"Auf die tänzerischen Fähigkeiten der Bewerberinnen lässt sich aufbauen", erklärt Picard, der alle sechs Casting-Teilnehmerinnen zur Endausscheidung für kommenden Samstag ins Allee-Center einlud. "Es bleibt also noch Zeit, die Choreographie zu verinnerlichen", sagt Jacqueline, die eigentlich aus dem Hip-Hop-Tanz kommt. Dabei hat die einzige Remscheiderin im Bewerberfeld bereits ein erfolgloses Casting hinter sich. Vor drei Wochen bewarb sie sich als Tänzerin bei den Cheerleadern des Fußballbundesligisten 1. FC Köln. "Zu jung". war dort das Urteil der Jury. Bei "Blue Fire" stehen die Chancen nun um einiges besser, denn nicht nur Picard ist zufrieden mit ihr.
Choreographin Tanja Straub lobt den Einsatz aller Bewerberinnen: "Es wurde deutlich, dass die Mädchen Tanzerfahrung haben", resümiert die ehemalige Cheerleaderin, die bereits vor der finalen Präsentation im Spiegelsaal des Fitnessstudios alle Hände voll zu tun hatte. Denn Straub brachte den Bewerberinnen den Tanz zunächst in stundenlanger Kleinstarbeit bei, bevor die Jury ihr Urteil fällte. "Hat die Saison angefangen, bleibt nicht viel Zeit, jeden Tanz hundertmal zu wiederholen", verdeutlicht sie. Immerhin müssen die Tänzerinnen für jede Spielzeit rund 30 Tänze einstudieren. "Wer nicht zusätzlich alleine übt, hat kaum Chancen das Niveau zu halten", sagt Straub.
Beim Casting erwarteten die Juroren aber noch keine fertigen Cheerleader für das Football-Team. "Wir haben zunächst auf Einsatz, Ausstrahlung und Rhythmusgefühl geachtet", erläutert Picard. Durch die einminütige Choreographie, die damit so lange dauert wie eine Auszeit beim Football, konnte sich der PR-Manager ein gutes Bild des Cheerleader-Nachwuchses machen. "Am wichtigsten ist mir ein Lächeln auf den Lippen der Tänzerinnen", sagt Picard. Diesen Wunsch haben ihm Jacqueline und den anderen trotz großer Nervosität erfüllt.
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