Remscheid: Bäume bleiben stehen
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 23.02.2008Remscheid (RPO). Statt eines Gehweges sollen Straßen-Markierungen künftig die Fußgänger auf dem Weg von der Bushaltestelle zum Bahnsteig in Lüttringhausen schützen.
Die Grünenplatzstraße am Lüttringhauser Bahnhof stand wegen ihrer in Frage gestellten Verkehrssicherheit schon mehrfach auf der Tagesordnung der zuständigen Ausschüsse und der Bezirksvertretung. Bei einem Ortstermin überzeugte sich Ernst Otto Mähler (SPD) davon, dass es tatsächlich unverhältnismäßig sei, für die Errichtung eines Gehweges dort sieben Bäume abzuholzen.
Diesen Einwand hatten zuvor auch die Lüttringhauser Bezirksvertreter geäußert. Zumal die Anlage eines Bürgersteigs angesichts der klammen städtischen Kassen sowieso wohl kaum zu realisieren sei. So plädierte Mähler bei der letzten Sitzung des Behindertenbeirates dafür, dem Vorschlag von Hans-Otto Heming von der Bauverwaltung zu folgen und die Straße zwischen Bushaltestelle und Bahnhof mit einem Schutzstreifen für die Fußgänger abzugrenzen.
Sieben Bäume bedroht
Um an der Grünenplatzstraße einen Gehweg anzulegen, müssten sieben Bäume gefällt werden.
Somit könnten die Fußgänger von der Rampe am Bahnhof direkt auf den Bürgersteig gelangen und müssten nicht erst die Straße überqueren.
Eine Idee, die Beiratsmitglied Brigitte Sommer zunächst auf die Palme brachte: „Was soll ein solcher Klebestreifen am Rand denn den Blinden und Sehbehinderten nützen?“, fragte die Vorsitzende des Remscheider Blindenvereins sichtlich erbost. Hier brachte der Vertreter der Stadtverwaltung einen Leitstreifen ins Gespräch, der zusätzlich zur Blockmarkierung an der Asphaltkante aufgebracht werden könne und von der betreffenden Personengruppe mit dem Stock zu ertasten sei.
Damit Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen den Randstreifen besser erreichen können, schlug er zudem zwei Absenkungen vor. Außerdem appellierte Heming an die Rücksichtnahme und das Verständnis der Fahrzeugführer, da laut Straßenverkehrsordnung der Randstreifen von den Autos und Lastwagen befahren werden darf. „Auf dieser Straße sollte man vorsichtig fahren. Das muss man ganz einfach von den Auto- und Lkw-Fahrern erwarten können.“
Auch wenn der Behindertenbeirat nach wie vor einen Fußweg präferiert, stimmte man dem Kompromissvorschlag zu. Brigitte Sommer enthielt sich der Stimme. „Es ist bestimmt nicht das, was wir uns gewünscht haben. Aber man muss auch mal den Weg der kleinen Schritte gehen“, merkte Mähler an. Zumal sich die Zahl der Fußgänger auf der Grünenplatzstraße sowieso stark in Grenzen halte. In zwei Jahren soll geprüft werden, ob sich die Maßnahme bewährt hat.
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