Remscheid: Bahnhof – Kritik am Leitsystem für Blinde
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 17.10.2009Remscheid (RPO). Brigitte Sommer, Vorsitzende des Remscheider Blindenvereins, ist geschockt von der Situation am Remscheider Hauptbahnhof. "Viele Sachen sind hier nicht so, wie sie sein sollen", monierte das Mitglied des Behindertenbeirates während der letzten Sitzung in der zu Ende gehenden Legislaturperiode.
Gemeinsam mit Hans-Otto Heming von der Bauverwaltung und dem städtischen Behindertenbeauftragten Edwin Behrens unternahm der Vorstand des Behindertenbeirats eine Ortsbegehung am neuen Remscheider Bahnhof und an der Kreuzung Trecknase. Während es hinsichtlich der am Lenneper Verkehrsknotenpunkt neu installierten Ampelanlagen kaum Beanstandungen gab, sah die Sache am Bahnhof anders aus: Hier ging es unter anderem um die teilweise fehlende Barrierefreiheit, um die akustischen Signalanlagen und um Texttafeln, die nicht so gestaltet seien, dass sie von Sehbehinderten oder Blinden ertastet werden können.
"Das lehrt uns, dass die Stadt das Ergebnis der Arbeiten, die sie in Auftrag gegeben hat, unbedingt kontrollieren muss", sagte die Vereinsvorsitzende. Wenn man schon etwas für den betroffenen Personenkreis tun wolle, müsse dies vernünftig geschehen.
Heming listete alle Beanstandungen auf und versprach, dass die Mängel schnellstmöglich behoben werden. Sollten allerdings grundlegende Systemarbeiten notwendig seien, die nur von Fremdfirmen ausgeführt werden können, muss die Stadt passen. "Wir können nur das beheben, was von städtischen Mitarbeitern selbst repariert werden kann", wies Heming auf das mehr als leere Stadtsäckel hin.
So müssen sich die Mitglieder des Behindertenbeirats wohl auch damit abfinden, dass Ampeln mit Vibrationssignal nur sukzessive ausgetauscht bzw. in Stand gesetzt werden. "Akustische Ampeln müssen funktionieren, egal wo sie stehen. Das darf doch keine Frage des Budgets sein", hatte Brigitte Sommer zuvor mit Nachdruck gefordert. Als Beispiel nannte sie eine Ampel an der Blumenstraße, die seit einem Jahr defekt sei.
Keine Ersatzteile zu bekommen
Wie Heming erklärte, haben derlei Signalanlagen, die auch von Blinden bzw. Sehbehinderten problemlos genutzt werden können, Priorität. Es mache allerdings keinen Sinn, Geld in Anlagen zu investieren, die technisch überholt seien und für die es teilweise keine Ersatzteile mehr gebe. So sollten Ampeln nach einer Prioritätenliste erneuert werden, die mit dem Behindertenbeirat aufgestellt und abgestimmt werde. Beiratsvorsitzender Herbert Güthe: "Sämtliche Änderungen an Signalanlagen müssen mit uns besprochen werden."
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