Remscheid: Bauunternehmer beklagt Benachteiligung
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 15.12.2009Remscheid (RPO). Das größte Bauunternehmen im Bergischen Land, die Remscheider Firma Dohrmann mit Sitz an der Salemstraße, hat sich gestern in einem Brief an Oberbürgermeisterin Beate Wilding und Baudezernent Dr. Christian Henkelmann über die aktuelle Ausschreibe-Praxis der Stadtverwaltung beschwert und zugleich die Stadtspitze um ein klärendes Gespräch gebeten. Der Brief liegt der BM-Redaktion vor.
Vom Wettbewerb ausgeschlossen
Aufhänger für das Schreiben sind zwei Bauaufträge, für die Stadt in den vergangenen vier Wochen in Form einer beschränkten Ausschreibung einen Bauunternehmer aus der Region suchte. Dieses Verfahren ist erlaubt und soll die heimische Wirtschaft stärken.
Beide Male wurde die Firma Dohrmann gar nicht erst zur Abgabe eines Angebotes aufgefordert, sagte Geschäftsführer Peter Spelsberg gestern auf BM-Anfrage. Nur über Umwege erfuhr man, dass es diese Ausschreibung gibt. Diese Praxis sei absolut ungewöhnlich und nicht nachvollziehbar. Jedem, der in der Branche aktiv ist, sei bekannt, dass seine Firma über die Erfahrung, das Personal und die technische Ausstattung verfüge, um diese Aufträge zur vollen Zufriedenheit und zu marktgerechten Preisen auszuführen. Die Dohrmann-Gruppe beschäftigt 300 Mitarbeiter, viele davon leben in Remscheid
Auf Anfragen bei den zuständigen Fachämtern habe er keine schlüssige Antwort erhalten, erklärt Spelsberg den Brief an Wilding. "So geht man in Remscheid nicht miteinander um", ist Spelsberg überzeugt und nennt das Verhalten der Stadt "empörend". Diese Ansicht will er auch der OB kundtun. "Ich bin überzeugt, dass die Oberbürgermeisterin gar nicht weiß, wie ihrer Mitarbeiter da handeln".
Großzügiger Sponsor
Die Nichtberücksichtigung bedeute für seine Firma einen wirtschaftlichen Nachteil. "Wir brauchen als Remscheider Firma auch Aufträge aus der Stadt." Die Firma Dohrmann verweist in ihrem Brief auch auf das soziale Engagement in der Stadt. 70 000 Euro seien allein im Krisenjahr 2009 für Kultur und Sport gespendet worden. Ein großer Nutznießer dieses Engagements sind die Bergischen Symphoniker.
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