Remscheid: „Brückentag“ am Bahnhof
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 13.08.2008Remscheid (RPO). Die „Trasse des Werkzeugs“ wird länger. Eine knapp 16 Meter lange Aluminium-Konstruktion schließt seit gestern die Lücke an der Stachelhauser Straße. Nun wird das Trassenband hergerichtet.
Wer gerne Brücken aus der Luft einschweben sieht, ist am Bahnhof in diesem Sommer gut aufgehoben, Wenige Wochen nachdem ein Spezialkran am Hauptbahnhof die zwei fehlenden Teile des Südsteges vom Bahnhofsvorplatz zum neuen Einkaufzentrum butterweich und zentimetergenau auflegte, gelang gestern am frühen Morgen nur wenige 100 Meter Luftlinie entfernt die nächste sanfte Punktlandung einer Brücke.
Am starken Kranarm einer Spezialfirma aus Baden-Württemberg wurde die knapp 16 Meter lange und 4,5 Tonnen schwere Aluminium-Brücke im Fachwerkstil in den Morgenstunden auf die in den letzten Wochen vorbereiteten Widerlagen gehoben. Auch Oberbürgermeisterin Beate Wilding ließ sich den Moment nicht entgehen. Im Jahre 2002 war die alte Brücke über die Stachelhauser Straße abgerissen worden. Spätestens mit der Aktivierung der alten Bahn-Trasse im Rahmen der Regionale 2006 klaffte hier ein Loch in luftiger Höhe.
2,2 Millionen im Topf
Im Zuge der Regionale 2006 sind in allen drei Städten des Bergischen Städtedreiecks ehemalige Bahnlinien zu Rad- und Wanderwegen umgestaltet worden.
In Remscheid standen insgesamt 2,2 Millionen Euro für die Umwandlung der Strecke vom Bahnhof Hasten zum Hauptbahnhof zur Verfügung. Auch die neue Brücke im Zuge der „Werkzeugtrasse“ wurde aus diesem Topf bezahlt.
Der Weg ist frei
Mit diesem Brückenschlag wird nun endlich der Weg frei für die Vollendung des vorletzten noch fehlenden Streckenabschnittes der „Trasse des Werkzeugs“. Derzeit richtet die Stadt die rund 200 Meter Weg von der Stachelhauser Straße bis zur Weststraße her. Auf dem von der Bahn gepachteten Gelände müssen unter anderem noch Geländer als Absicherung hin zu den Bahngleisen angebracht werden. Außerdem muss das Trassenband hergerichtet und eingefasst werden. Rund 2,60 Meter breit soll der Spazierweg hier werden.
„Ende August, Anfang September“, so sagt Gerald Hein vom Amt für Straßen und Brückenbau, soll der Weg für die Bürger begehbar sein. Wer die Trasse dann am Eingangsbereich Honsberger Straße betritt, läuft nicht mehr in eine Sackgasse, sondern kann bis zur Weststraße durchmarschieren.
Am Wegrand offene Frage
Im nächsten Jahr dann, so Hein, soll der endgültige Lückenschluss vollzogen werden, wenn auch der letzte Wegabschnitt des im Zuge der Regionale 2006 geplanten Rad- und Wanderweges vom Bahnhof Hasten bis zum Hauptbahnhof fertiggestellt wird. Dieser Bauabschnitt ist Teil des großen Terminpuzzles rund um das millionenschwere „Projekt Hauptbahnhof“.
Noch ist offen, was auf dem so genannten Baufeld 6, an dem der Regionale-Weg entlang führt, entstehen wird. Geplant ist derzeit ein „Innovationspark Metall“, in dem die Kompetenzen der heimischen Industrie gebündelt werden sollen und Fortbildung stattfinden soll. Noch aber stecken diese Pläne in der Phase der Vorgespräche.
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