Remscheid: Berufsakademie – Start fraglich
VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 14.10.2009Remscheid (RPO). Die Betreiber der Bildungseinrichtung bekommen bislang nur verhaltene Rückmeldung auf ihre Pläne für Remscheid. Ein Gespräch mit heimischen Unternehmern soll Ende Oktober Klarheit über die Zukunft bringen.
In mehreren Informationsveranstaltungen hat die Hessische Berufsakademie (BA) ihr Bildungsangebot bereits interessierten Jugendlichen vorgestellt. Die Resonanz brachte jedoch bislang "nicht den erhofften Erfolg".
Das sagte Jürgen Schrage, bei der Hessischen BA mit dem Produktmanagement beauftragt, jetzt auf BM-Anfrage. Daher ist nicht sicher, ob die Akademie in Remscheid überhaupt Fuß fassen wird. Ein Gespräch mit Unternehmensvertretern Ende Oktober soll Klarheit bringen.
Eigentlich will die Berufsakademie ab dem Wintersemester 2010 duale Studiengänge anbieten. Diese Studiengänge zeichnen sich durch einen hohen Praxisanteil aus. Ihre Absolventen sind bei den Arbeitgebern gefragt.
13 Studienorte
Die Hessische BA ist an 13 Studienorten bundesweit vertreten. Die private Berufsakademie bietet eine Hochschulalternative und wurde 1990 von Verbänden der Wirtschaft gegründet. Die staatlich anerkannten Studiengänge der BA richten sich an (Fach-)Abiturienten, die neben ihrer Ausbildung ein Studium im Bereich Wirtschaftswissenschaften, Informatik und Ingenieurwesen absolvieren möchten
Schon lange gibt es Pläne, in Remscheid eine akademische Bildungseinrichtung zu etablieren. Zu den Befürwortern gehören unter anderem die Wirtschaftsjunioren. Remscheider Betriebe müssen ihre Studierenden mangels Alternativen zu Akademien in Baden-Württemberg oder Sachsen schicken.
"Remscheider Alleingänge"
Zeitweise war eine Fachhochschule im Gespräch, die ihren Platz im neuen Hauptbahnhof finden sollte. Diese Pläne scheiterten. Im Februar dieses Jahres dann trat Oberbürgermeisterin Beate Wilding mit der Idee an die Öffentlichkeit, die Hessische Berufsakademie bei ihrer Ansiedlung in Remscheid unterstützen zu wollen. Sie und ihr Team hätten mit der Berufsakademie den Kontakt aufgenommen.
Dieses Vorhaben stieß jedoch auf Kritik. "Remscheider Alleingänge" wurden beklagt. Denn auch die Bergische Universität Wuppertal will neben den rein akademischen Studienangeboten ihre dualen Studiengänge ausbauen. Und auch das Bildungszentrum der Remscheider Industrie (BZI), das Kooperationspartner der Universität bei den dualen Studiengängen ist, zeigte sich nach Bekanntwerden der Pläne über den möglichen Mitbewerber nicht besonders glücklich.
Der Hauptgeschäftsführer der bergischen Industrie- und Handelskammer, Michael Wenge, mahnte, man solle "die Uni nicht verärgern". Eine Konkurrenz durch weitere Bildungsträger sei "nicht wünschenswert".
Noch genügend Potenzial?
Angesichts der bereits bestehenden Bildungsangebote "fragen wir uns, ob da noch genügend Potenzial ist", sagt jetzt der Mitarbeiter der Hessischen BA, Jürgen Schrage. Nachdem das Interesse möglicher Studierender nicht besonders groß war, soll das Angebot nun noch einmal gemeinsam mit den Unternehmern abgeklopft werden.
Dann entscheidet sich, ob sich die Hessische BA in Remscheid ansiedelt. Unter Zeitdruck steht die Akademie nicht: Für den Lehrbetrieb müssen lediglich geeignete Räume angemietet werden. "Ein Start wäre auch kurzfristig möglich", sagt Schrage.
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