Remscheid: Besuch aus Afrika
VON BERND GEISLER - zuletzt aktualisiert: 09.04.2008Remscheid (RPO). Ungewohnte Klänge gestern in der Waldorfschule in Bergisch Born: Drei Frauen von der Patenschule in der Nähe von Nairobi berichteten über ihr Leben.
Der achtjährige Bosiana ist Schüler an der „Rudolf Steiner School Mbagathi Nairobi“ in Kenia und eines der 13 Kinder, für die die Waldorfschule in Bergisch Born Patenschaften übernommen hat (BM berichtete). Gestern besuchten die Lehrerin Rose Ingala und die Kindergärtnerinnen Tarasila Kimani und Serah Wanjiru Munyua im Rahmen einer europaweiten Fortbildung auch die Waldorfschule in Bergisch Born.
Zusammen mit dem Ehepaar Claus Metzler und Christel Schäfer-Metzler brachten sie Dankesbriefe der Patenkinder mit und stellten sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler.
„I was so happy to see the pictures of you. My name is Bosiana (Ich bin so glücklich, eure Bilder zu sehen. Ich heiße Bosiana“), hatte ein Junge einleitend auf Papier geschrieben, das er bunt bemalt hatte. „So bekommen die Kinder die Gewissheit, dass das Geld ihrer Patenschaft auch ankommt“, sagte Christel Schäfer-Metzler. Sie erzählte über das Projekt: Jede Klasse hat die Patenschaft für ein Kind übernommen. Dafür bringen die Schüler im Monat 31 Euro auf.
Tiefe Dankbarkeit
Vor wenigen Wochen besuchten Claus Metzler und seine Frau Christel Schäfer-Metzler die Waldorfschule in der Nähe von Nairobi. Das Patenprojekt stößt dort vor Ort auf tiefe Dankbarkeit. Deshalb sind Spenden willkommen: Konto 12 33 00 12, BLZ 430 609 67 – Stichwort: „Schule Nairobi“, GLS-Bank Bochum. Infos: Tel. 02 02/61 22 55.
Bisherige Berichterstattung unter www.rp-online.de/remscheid
Ganztagsschule und Internat
Insgesamt werden an der Mbagathi-Schule derzeit 238 Kinder unterrichtet; es existieren 26 Patenschaften aus Remscheid. Die Schule vereinigt Ganztagsschule und Internat. „Es gibt viele Aids-Waisen in der Schule“, weiß Christel Schäfer-Metzler. In der zweiten Klasse der Waldorfschule sind Silas (8) und Joe (9) zusammen mit den anderen knapp 40 Schülern neugierig auf den Besuch aus Kenia. Die beiden Jungs haben Gelegenheit, ein paar Worte mit den „schwarzen Damen“ zu wechseln. „Auf Englisch!“, berichten die beiden Jungs stolz.
Traum: Fußball und Fahrrad
Die vierte Klasse begrüßt den Besuch aus Afrika mit einem herzlichen „Good Morning!“. Claus Metzler erzählt von Bosiana. Er träume von einem Fußball und einem Fahrrad. Sogleich überschlagen sich die Vorschläge in der Klasse, wie man ein Fahrrad und einen Fußball besorgen kann. Nachdem wieder Ruhe eingekehrt ist, dürfen die Schüler Fragen stellen. „Wer unterrichtet was? Wie alt sind Sie? Haben Sie Geschwister und Kinder?“, wollen sie wissen.
Gespannt hören sie zu, als Rose Ingala von sich berichtet. Ihr Vater habe zwei Frauen gehabt, erzählt sie, und mit einer Frau sechs Kinder und mit der anderen zehn Kinder bekommen. Sie selbst habe sechs Kinder und drei Enkel. In welcher Sprache unterrichtet werde, ist eine andere Frage. Ingala nennt Englisch und Kisuaheli. Und dann singt sie die Zeile eines Liedes zunächst auf Englisch: „Good morning to you“. Und anschließend auf Kisuaheli. Die Kinder sind begeistert und fallen spontan in die rhythmische Melodie mit ein. „So geht‘s jetzt weiter von Klasse zu Klasse“, freut sich Christel Schäfer-Metzler.
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