Remscheid: Blutspender dringend gesucht
VON CRISTINA SEGOVIA-BUENDIA - zuletzt aktualisiert: 30.07.2010Remscheid (RPO). Während andere noch über zwei Etagen Schlange stehen, sitzt Roland Müller bereits an einem Tisch, beißt in ein belegtes Brötchen und trinkt eine Kleinigkeit, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Er hat soeben Blut gespendet.
Für den 51-Jährigen ist das schon so etwas wie eine alljährliche Routine, zählt er doch zu den so genannten "Lebensrettern" die regelmäßig beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) Blut spenden: Seit seiner ersten Spende bei der Bundeswehr ist er dabei geblieben, heute war es sein 73. Mal, berichtet er. "Es ist ja für einen guten Zweck, da kann man das ruhig mal machen", sagt Müller. Angst vor den Spritzen bräuchte man auch nicht haben: "Die merkt man nicht mal."
Unter den durchschnittlich 110 Personen, die jedes Vierteljahr beim DRK in Lennep an der Mühlenstraße ihr Blut spenden, sind immer wieder auch einige Erstspender. "Seit ich hier tätig bin, also etwa seit acht Jahren, sind es immer zwischen zwei und drei", erzählt Annegret Grah, Bereitschaftsleiterin beim DRK-Lennep. Zusammen mit ihren Kollegen aus Breitscheid organisiert sie die regelmäßigen Blutspendetermine.
"In den Sommerferien merkt man schon, dass weniger Spender kommen", berichtet sie. Dabei werden Blutkonserven das ganze Jahr über gebraucht. "Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass das Blut nur für Unfallopfer gebraucht wird", betont Grah, "Sie stehen erst an vierter Stelle." Die meisten Blutkonserven werden bei Operationen und Geburten verwendet.
Blutspenden dauert im Schnitt eine Stunde. Nach der ersten Anmeldung wird zunächst ein Anamnesebogen ausgefüllt, der über bisherige Erkrankungen Aufschluss gibt. Dann wird der Hämoglobingehalt des Blutes überprüft, bevor es nach einem kurzen Gespräch mit dem Arzt zum Blutspenden geht. Das dauert dann je nach Spender zwischen zehn bis 15 Minuten.
Danach gibt's Kaffee und Brötchen
Maximal werden jedem Spender 480 Milliliter Blut entnommen. Zusätzlich noch drei weitere Teströhrchen, um das Blut auf Krankheiten zu überprüfen. Wird etwas gefunden, wird dem Spender Bescheid gegeben, damit er sich mit seinen Hausarzt in Verbindung setzt. Nach weiteren zehn Minuten auf Ruhebetten, wo sich der Kreislauf wieder stabilisieren kann, geht es dann zu einer Tasse Kaffee und einem kleinen Happen zur letzten Station, wo Roland Müller noch seinen letzten Bissen genießt: "Ich fühl' mich fit wie vor der Blutspende." Ihm hat es nicht geschadet, und jemand anderem wird sein Blut vielleicht das Leben retten.
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