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Remscheid: Brandheißer Einsatz

VON PETER KOPPE - zuletzt aktualisiert: 12.03.2007

Remscheid (RPO). 130 Feuerwehrkräfte aus Remscheid, Solingen und Wuppertal probten in Wesel den Ernstfall: Brände mussten unter Kontrolle gebracht, Unfallopfer befreit werden. Das erste Fazit lautete: eine starke Leistung aller Beteiligten.

Info

60 Leben gerettet

Die insgesamt 130 Feuerwehrkräfte rückten am Samstag mit über 30 Einsatzfahrzeugen am THW-Gelände in Wesel an. Knapp ein Viertel von ihnen kommt aus der Berufsfeuerwehr, die restlichen Helmträger waren Freiwillige.

Wären alle geprobten SzenarienErnstfälle gewesen, hätten die Einsatzkräfte über 60 Menschenleben nach Bränden und Verkehrsunfällen gerettet.

Dichter Rauch steigt zwischen den Bäumen hoch. Ein alter Kesselwagen der Bahn hat Feuer gefangen, der Qualm ist unerträglich dicht. In Sekunden rückt ein Feuerwehrfahrzeuge nach dem anderen an. Schnell werden die Schläuche ausgerollt und Masken aufgezogen, denn die Profis haben erkannt: Hier ist Gas im Spiel. Vorsichtig nähern sie sich den Schienen und versuchen den Wagen zu kühlen und die Flammen unter Kontrolle zu bringen.

Was so erschreckend echt wirkt, war die erste Übung von vier Szenarien, die die Feuerwehren aus Remscheid, Solingen und Wuppertal am Samstag auf dem THW-Gelände Kanonenberge in Wesel probten. 130 Einsatzkräfte aus Berufs- und freiwilligen Feuerwehren trafen sich, um unter der Führung der Feuerwehr Remscheid Großeinsätze mit Kollegen zu proben.

Optimale Zusammenarbeit

„Im Ernstfall muss es schnell gehen, da ist die Verständigung das Allerwichtigste“, weiß der Remscheider Feuerwehr-Chef Guido Eul-Jordan. „Auch wenn sich die Einsatzkräfte nicht kennen, müssen sie optimal zusammenarbeiten.“ Zum Plaudern bleibt kaum Zeit, schon wartet der nächste Einsatz. Ein Pkw hat nach einem Verkehrsunfall jemanden unter sich eingeklemmt. Als wäre das nicht schon schlimm genug, balanciert der Wagen auf einem großen Erdhügel – eine falsche Bewegung und das Unfallopfer ist tot. „Hier muss der Wagen blitzschnell ,aber trotzdem mit der nötigen Kontrolle unterbaut werden, damit die Person befreit werden kann“, erklärt Eul-Jordan. In Windeseile haben die Feuerwehrleute einen Wagenheber unter die Hinterachse des Autos geklemmt. Wenige Minuten später ist das Unfallopfer frei. Wäre die Puppe aus der Übung ein Mensch gewesen, hätten die Einsatzkräfte soeben sein Leben gerettet. „Solche technischen Hilfeleistungen wie das Befreien nach Verkehrsunfällen wird für die Feuerwehr immer wichtiger“, erklärt Feuerwehr-Chef Eul-Jordan. „Mit Bränden haben die wenigsten Einsätze zu tun. Aber für uns zählt nur, dass wir den Menschen helfen können.“ Er sagt es mit Überzeugung und einem Funkeln in den Augen. „Die meisten hier sind verliebt in ihren Beruf“, verrät der Remscheider, „ich bin’s auf jeden Fall.“

In den nächsten Wochen werden die Berichte der Beobachter ausgewertet. Regierungsbranddirektorin Ingrid Vasen, die die Einsätze beobachtete, lobte die „sehr gute Übung“. Für Eul-Jordans Stellvertreter Josef Schun steht das Fazit schon fest: „Es war absolute Spitze, was die Kameraden, Kollegen und Mitarbeiter hier geleistet haben. Das hat sämtliche Erwartungen übertroffen.“ Auf eines freut sich Schun nach den vielen Einsätzen besonders: „Jetzt können wir alle mal wieder schlafen.“

Quelle: RP

 
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