Remscheid: Brückenarbeiten bei laufendem Zugbetrieb
zuletzt aktualisiert: 30.07.2010Remscheid (RPO). Anfang Oktober sollen die Träger für die neue Brücke an der Lenneper Straße geliefert werden. So sieht es die Planung für die einzelnen Arbeiten an den Bahngleisen vor. "Und bisher liegen wir voll im Zeitplan – ohne Nacht- und Wochenendschichten", sagt Gunter Breidbach, Projektleiter bei der Stadtverwaltung, auf Nachfrage der BM. Noch liegen einige Kubikmeter zu entfernendes Material vor den Mitarbeitern der Firma Klostermann, bevor an die Installation der neuen Brückenträger zu denken ist.
Wie berichtet, musste die über 100 Jahre alte Brücke abgerissen werden, weil sie so marode war, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnte. Der Verkehr fließt seither einspurig über eine Behelfsbrücke. Der Durchgangsverkehr wird umgeleitet.
35-Tonnen-Bagger im Einsatz
Das Bauwerk war aber an grundsoliden Mauern verankert, wie sich jetzt beim Abbruch der Widerlagerwände zeigt. Breidbach spricht von einem Konglomerat aus Steinen, Beton und Mörtel. Auch der Fels in dieser Schlucht, in der die Bahngleise verlaufen, sei massiv. Mit einem 35-Tonnen-Bagger trage man die Wände von oben nach unten ab. Angesichts der Höhe der Böschung von rund zehn Metern müsse ein Spezialbagger mit einem extra langen Arm anrücken, sobald sich die Mitarbeiter bei den Abräumarbeiten nach unten vorgekämpft haben.
Genutzt werde dafür die Tageshelligkeit, erläuterte Breidbach. Anders als beim nächtlichen Abbruch der Brücke benötigen die Baggerführer gutes Licht. Gebaggert wird beim laufenden Zugbetrieb. "Sicherungsposten warnen vor nahenden Zügen", berichtet der Projektleiter. Die Versorgungsleitungen im Gleisbereich werden mit einem Geotextilmaterial geschützt, später verschwinden sie in Leerrohren.
Parallel zu den Abbrucharbeiten laufe die Fertigung der neuen Brückenträger. Deren Statik sei berechnet und bereits geprüft worden, sagt Breidbach. Die Zuschnitte seien Einzelanfertigung der Zwickauer Stahlsonderbau GmbH. Wenn die Brückenreste entfernt sind, werde ein Arbeitsgerüst montiert. Eingeweiht wird die Brücke allerdings voraussichtlich erst im Mai 2011.
4,5 Millionen Euro kostet das Projekt. Etwa die Hälfte übernimmt die Deutsche Bahn AG, weitere 1,5 Millionen Euro trägt das Land, den Rest die Stadt.
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