Remscheid: Bücherei fördert das Lesen
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 20.01.2011Remscheid (RPO). Die Sophie-Scholl-Gesamtschule verfügt über eine eigene große Bibliothek, die stetig wächst. Mütter halten den Betrieb ehrenamtlich aufrecht. Mit Aktionen unterstützen sie auch die Leseförderung.
Die BM checkt Schulen
Die Serie "Welche Schule soll mein Kind ab dem Sommer besuchen?" Diese Frage stellen sich Eltern von Viertklässlern. Mitte Februar sind die Anmeldetermine. Die BM will mit der Serie Schul-Check Entscheidungshilfe geben. Wir haben den Schulen einen – nach Schulform – einheitlichen Fragebogen zugesandt, den die Schulleitungen beantworteten.
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Der große Saal mit dem kreisrunden Oberlicht sieht wie die Abteilung einer öffentlichen Bibliothek aus. In mannshohen Regalen reihen sich Bücher aneinander. Ihre Rücken tragen Signaturen. Jugendliche sitzen an Lesetischen über Literatur gebeugt. Am Eingang finden sie an der Theke Auskunft und Hilfe. Nur die PCs, lebensgroße Gipsfiguren, eine kuschelige Leseecke unter einem Partyzeltdach deuten darauf hin, dass dieses Bücherparadies Schülern vorbehalten ist: Es ist die hauseigene Bibliothek der Sophie-Scholl-Gesamtschule mit rund 5000 Büchern und Medien. Sie gehört zu den am besten ausgestatteten Remscheids.
"Ursprünglich sollte hier eine Stadtteilbücherei eingerichtet werden", sagt Schulleiterin Brigitte Borgstedt. Daher wurden bei der Planung des Gebäudes ein Saal unter dem Dach und ein eigener Seiteneingang vorgesehen. Doch die Idee wurde nicht verwirklicht. So stand die Schule im Gründungsjahr 1995 vor einer Reihe leerer Regale und der Aufgabe, eine eigene Bücherei zu gründen.
Dank des rührigen Schulfördervereins konnten auf Anhieb 1500 Bücher gekauft werden. Zweites Problem: Für den Betrieb gab es kein Personal. Doch das fand sich in den Reihen der Eltern: Es sind Freiwillige, die die Bücherei ehrenamtlich betreuen. Petra Schmidt, ehemalige Schülermutter, ist zurzeit als Leiterin die gute Seele in der Schülerbücherei. Fünf weitere Mütter stehen ihr zur Seite. "Ich lese selbst gerne und habe auch die Zeit, mich hier zu engagieren", meint sie nach zehn Jahren Bücherei-Ehrenamt. Auch ihre Mitstreiterinnen seien "Buch begeistert". "Zuerst war hier nur ein Präsensbestand, die Ausleihe kam erst später dazu", sagt sie.
Stolz fügt sie hinzu, dass die Registrierung der Bücher mit derjenigen öffentlicher Bibliotheken durchaus vergleichbar sei. Eine Mutter gab als gelernte Büchereifachkraft wertvolle Tipps zur Inventarisierung. Nachschlagwerke, Fachbücher, Lernhilfen und Schmöker sind nach Altersgruppen und Fachgebieten feinsäuberlich sortiert. Barcodes auf Büchern und entsprechende Leseausweise mit dem dazu gehörigen Computerprogramm sind noch Zukunftsmusik. Es wird wie früher mit Karteikarten gearbeitet. Die Bücherei-Mütter lassen sich viel einfallen, um Schüler an die Ausleihe und das Lesen heranzuführen oder auch den Bestand zu erweitern: Bücherrallyes, Leseförderung, Buchpatenschaften, Leseclubs und andere Aktionen.
Die Bücherei hat an Schultagen von 11 bis 13.30 Uhr geöffnet. "Die Schüler können ihre Mittagspause nutzen, um ihre Arbeitsaufgaben zu recherchieren oder nur einfach zu lesen", berichtet Borgstedt.
Lehrer nutzen den Medienbestand, um mit Schülern die Quellensuche zu üben. Peter Koch, Lehrer für Biologie, Geschichte und Naturwissenschaften, lässt Schüler der neunten Jahrgangsstufe an diesem Tag in der Bibliothek Begriffe aus der Botanik nachschauen. "Sie lernen, dass man Begriffe nicht nur bei Wikipedia sucht", sagt er. Ein kritischer Umgang mit Medien und das Arbeiten mit Texten stehen dabei im Vordergrund. Bücher als Quelle zu nutzen, sei eine wichtige Basisqualifikation, so Koch.
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