Remscheid: Bürger tragen „ihr“ Haus
VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 05.09.2007Remscheid (RPO). Hinter den Kulissen der Klosterkirche lenken die „Klosterbrüder“ die Geschicke des Kulturzentrums. In den Anfängen entwarfen sie das Programm sogar selbst.
Sie ist aus bürgerschaftlichem Engagement heraus entstanden – und dasselbe Engagement trägt sie noch immer: Verantwortlich für den Betrieb der Klosterkirche ist der gleichnamige Verein, der zurzeit mehr als 500 Mitglieder zählt. Namhafte Lenneper sind darunter, berichtet der Vorsitzende Wolfgang Moritz.
Moritz war einst Leiter der Hauptschule Hackenberg, und obwohl er vor zwei Jahren als Schulrat nach Köln wechselte, engagiert er sich immer noch im Vorstand. Seit Ende der 90er Jahre – „ich weiß selbst nicht mehr genau, wann das war“ – ist er Vorsitzender der „Klosterbrüder“, wie sich der Zusammenschluss seit den Anfängen nennt. „Unsere Verantwortung ist es, die Substanz der Klosterkirche zu bewahren und sie mit Inhalt zu füllen“, erläutert Moritz. Das bedeutete für den (in der Regel fachfremden) Vorstand bis zum Jahre 1994, auch das Kulturprogramm des Hauses selbst zu planen. Die Jugend hatte der Vorstand damals noch verstärkt im Blick, außerdem legte man Wert auf klassische Musikveranstaltungen. „Die wurden aber im Laufe der Zeit zu teuer“, erinnert sich Wolfgang Moritz.
Immer noch engagiert
Im Vorstand des Vereins Klosterkirche engagieren sich mit Erich Lepperhoff und Friedrich Figge immer noch Mitglieder aus der Gründerzeit. Auch der Gründungsvorsitzende Hermann Hardt blieb dem Verein freundschaftlich verbunden.
Seit 1994 gibt es ein professionelles Management des Kulturzentrums, zunächst geleitet von Angelika Schlicht. Auf sie folgte im Jahre 2001 Claudia Hellwig, die als Angestellte des Vereins das Programm bis heute verantwortet. Auch die Zielgruppe der Klosterkirche hat sich gewandelt: Heute sind es Menschen um die 30 und älter, die den größten Besucheranteil ausmachen.
Stolz ist der Verein darauf, dass sich das Haus dank der Mitgliedsbeiträge, der Einnahmen aus der Vermietung von Räumen und der Verpachtung des Restaurants selber trägt. „Wir erhalten kaum öffentliche Subventionen“, erläutert Moritz. Lediglich aus dem Topf des „Kultur-Euro“ fließe der Klosterkirche etwas Geld zu. Die vom Management organisierten Veranstaltungen tragen sich durch die Eintrittsgelder hingegen selbst. „Wir schreiben eine schwarze Null“, berichtet der Vorsitzende. Bemerkenswert ist auch das Engagement des „Kulturkreises“ innerhalb des Vereins. Das sind 15 bis 20 Mitglieder, die ehrenamtlich und ohne Entlohnung kleinere Arbeiten übernehmen – sei es die Einlasskontrolle, die Künstlerbetreuung oder die kürzlich erfolgte eigenhändige Renovierung der ersten Etage. „So lebt der Verein mit den Lennepern weiter“, sagt Moritz. Und dass sich die Klosterkirche einen guten Ruf über die Region hinaus erworben habe, „das macht uns stolz“.
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