Remscheid: Bürgerkreis kämpft für Stachelhausen
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 31.07.2007Remscheid (RPO). Ein Stadtteil mit Potenzial, aber auch mit vielen strukturellen Problemen – so sehen die zwölf Mitglieder des „Bürgerkreis Remscheid-Stachelhausen“ ihr Quartier. Und sie wollen, dass auch die anderen Remscheider dies so sehen, vor allem jene, die etwas zu sagen und entscheiden haben in dieser Stadt.
Seit Mai 2006 macht der Bürgerkreis daher „Lobbyarbeit“ in Stachelhausen, das praktisch als Scharnier zwischen der Innenstadt und den Stadtteilen Kremenholl und Honsberg liegt. Doch während diese beiden Stadtteile auch im Zuge des Programms „Stadtumbau West“ wieder mehr im Fokus von Politik und Verwaltung stehen, sehen sich die Stachelhauser immer noch etwas zu wenig beachtet. Als ersten Erfolg ihrer gut einjährigen Arbeit wertet Klaus Kowakowski daher, dass viele Menschen mittlerweile „wissen, wo Stachelhausen ist.“ Doch das reicht den Bürgerkreis-Mitstreitern nicht aus. Sie wollen, dass die Politik genauer hinsieht und sich Gedanken darüber macht, wie man dem Stadtteil helfen kann. Vorschläge zum Thema hat der Bürgerkreis reichlich gemacht.
Viele der Mitglieder sind Hausbesitzer und beobachten mit großer Sorge, dass Stachelhausen für junge deutsche Familien keine attraktive Heimat mehr ist. Jüngste statistische Erhebungen haben ergeben, dass der Migranten-Anteil ständig steigt. Viele Inhaber investieren nicht mehr in die Bausubstanz.
„Ein bisschen Farbe für die Fassade reicht da nicht mehr aus“, sagt Jörg Gottschalk. Der Familienvater erhofft sich von seinem Einsatz, dass die Politik endlich etwas „gegen die Verödung der Innenstädte unternimmt“. Anstatt neue Baugebiete an den Rändern der Stadt auszuweisen, wie an der Knusthöhe, müssten die Innenstadtbereiche aufgewertet werden. Etwa, in dem Brachen neu entwickelt oder Neubauflächen für Einfamilienhäuser ausgewiesen werden.
Mehr Kontrolle auf der Trasse
Wichtig ist dem Bürgerkreis der Themenkomplex Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit. Sie wünschen sich mehr Kontrolle durch das Ordnungsamt, etwa auf der „Trasse des Werkzeugs“. Die hat sich, so Gottschalk, von einer anfänglichen Attraktion, die viele Besucher in den Stadtteil brachte, längst zum Problemfall entwickelt. Weil soziale Kontrolle fehle, werde das Trassen-Band in den Abendstunden zum beliebten Treffpunkt für Trinkgelage. Die Überbleibsel fänden sich am nächsten Morgen. Bei diesem Thema will der Bürgerkreis „ein Stachel sein“, der die Politiker auch an ihre Wahlversprechen erinnert.
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