Remscheid: CDU verliert Amtsträger
zuletzt aktualisiert: 28.10.2009Remscheid (RPO). Analyse von Alexandra Kemp
Die CDU verliert Gesicht – und das buchstäblich: Die so genannte Gestaltungsmehrheit aus SPD, FDP und den Grünen nimmt jede Gelegenheit wahr, politische Verantwortung an sich zu ziehen und zentrale Positionen mit eigenen Leuten zu besetzen. So verlieren die Christdemokraten, obwohl nach wie vor in allen vier Bezirksvertretungen stärkste Fraktion, drei von vier Bezirksbürgermeistern. Einzig Lenneps Bezirksvorsteher Dr. Heinz-Dieter Rohrweck (CDU) wird heute wohl wiedergewählt – mit Unterstützung der Sozialdemokraten. Ansonsten erobert die SPD dieses Terrain.
Drei Bürgermeister-Bewerber
Umso wichtiger erscheint plötzlich das Amt der Bürgermeisterin. Es ist eine der wenigen repräsentativen Funktionen, die den Christdemokraten an der Schnittstelle von Stadtverwaltung, Politik und Bürgerschaft noch bleibt – und das, obwohl es sich dabei voraussichtlich "nur" noch um den Posten des Stellvertreters handelt, der jene Termine wahrnimmt, die der erste Bürgermeister übriglässt.
Vielleicht auch wegen dieser Bedeutung gab es für die Position bei der Fraktionssitzung der CDU am Montagabend gleich drei Bewerber: neben Amtsinhaberin Monika Hein der ehemalige Partei- und Kreisvorsitzende Kai Kaltwasser sowie Bernd Quinting, ehemals Bezirksbürgermeister von Alt-Remscheid. Warum sie sich beworben haben? Antwort Kaltwasser: "Ich bin gerne mit Menschen zusammen." Deutlicher wird da schon Quinting: "Ich hätte einen anderen Anspruch in diese Funktion gesetzt. Man kann aus dem Amt etwas machen." So könne doch auch ein Bürgermeister Bürgersprechstunden anbieten. Quinting unterlag BM-Informationen zufolge allerdings deutlich im ersten Wahlgang, während Monika Hein und Kai Kaltwasser gleichauf lagen. Bei der darauf folgenden Stichwahl siegte Hein mit einer Stimme Vorsprung.
Mit diesen Personalien sind erste Weichen gestellt. Weitere werden mit der Besetzung der Vorsitzenden der Ratsausschüsse in der Ratssitzung am 12. November folgen. Die CDU muss sich jetzt in eine ungewohnte Rolle einfinden – als Opposition.
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