Remscheid: CDU will Verbundsschule
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 16.04.2011 - 16:33
Nach den Osterferien diskutiert Remscheids Schuldezernent mit Schulleitern, wie die Schullandschaft ab 2012 aussehen könnte. Die CDU schlägt eine neue Variante vor, die Grünen halten an der Gemeinschaftsschule fest.
Noch in diesem Jahr soll der Grundstein dafür gelegt werden, wie sich weiterführende Schulen ab 2012/13 aufstellen. Politik, Verwaltung und auch Schulen müssen auf sinkende Schülerzahlen reagieren. Schuldezernent Burkhard Mast-Weisz trommelt nach den Osterferien alle Schulleiter zusammen, um „über alles zu sprechen, was machbar ist, um die bestmögliche Bildung für Kinder zu sichern“, sagte er im Gespräch mit der BM. Dafür wünsche er sich Offenheit und erwarte „bei allen Bewegung“. Einen Schulkampf wolle er vermeiden.Wie berichtet, hatte SPD-Fraktionschef Hans Peter Meinecke mit Blick auf die Anmeldezahlen gesagt, Remscheid habe zwei Hauptschulen und ein Gymnasium zu viel, und eine Gesamtschule zu wenig. Bis zum Jahr 2021 sinken die Schülerzahlen dramatisch. Umgerechnet „fehlen“ Schulen im Vergleich zu heute bis zu acht Klassen. Das bringt einige in Existenznöte.
Die CDU-Fraktion will die Schuldiskussion nicht auf die Varianten „dritte Gesamtschule“ oder „Gemeinschaftsschule“ beschränken. In einer gestern veröffentlichen Presseerklärung schlägt sie eine neue Variante vor: eine Verbundschule. Das ist nach Angaben des CDU-Fraktionsvorsitzenden Jochen Siegfried „eine enge Kooperation zwischen einer Haupt- und einer Realschule auf freiwilliger Basis“, einen möglichen Standort nannte er nicht.
Für eine dritte Gesamtschule fehle der Mix an Begabungen. Unter den von den Gesamtschulen abgelehnten Kindern hätten nur zwei eine Empfehlung fürs Gymnasium. Die CDU habe Frieden mit der Gesamtschule gemacht, sie erwarte, dass SPD und Grüne Frieden mit den Gymnasien machen, sagte Siegfried.
Die Bildung einer Gemeinschaftsschule gehöre in der Schuldiskussion als eine mögliche Option dazu - auch nach dem Stopp für eine Gemeinschaftsschule im Sauerland durch ein Urteil des Verwaltungsgerichts Arnsberg. Das betonen Mast-Weisz und Jutta Velte auf Nachfrage. Die Landesregierung gehe in die nächsthöhere Instanz. „Ich werte das Urteil als Einzelfall, der nicht auf Remscheid übertragbar ist“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen. Hier werde keine Schule einer Nachbarstadt in ihrer Existenz bedroht. Sie hoffe, dass das Schulgesetz zur Gemeinschaftsschule klarere Voraussetzungen schafft, sagte Velte. Dass das Arnsberger Urteil die Verunsicherung über diese Schulform bei möglichen Interessenten erhöht, glaubt SPD-Fraktionsvorsitzender Hans Peter Meinecke. Bisher wurde sie in einigen Städten als Modellversuch auf Antrag genehmigt.
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