Remscheid: Cowboys aus dem wilden Osten
VON MICHAEL MÖLLER - zuletzt aktualisiert: 24.02.2011Remscheid (RPO). Beim Rosenmontagszug wollen die "närrischen Kuhjungen" als Vorstadt-Cowboys auftreten. Dafür muss der Wagen, der voriges Jahr als "Großküche" diente, zum Planwagen umgebaut werden.
Am Ende des Nachmittags sind die Wagenräder angeschraubt und das Chassis neu gestrichen. Der Motivwagen der "Vorstadt-Cowboys" nimmt im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Lüdorf langsam Form an. Am 7. März muss er fertig sein. Dann soll der Wagen beim Lenneper Rosenmontagszug mitfahren.
"Wir wollen in diesem Jahr mit dem Wagen unserem Namen gerecht werden und bauen für den Rosenmontagszug einen Planwagen. Unser Motto lautet: Linepe vürne an un de Cowboys hingedran", erklärt Stefan Schingen, Vorsitzender der närrischen "Kuhjungen" aus Remscheids wilden Osten. Alles ist mehr oder weniger exakt vorgeplant. Genaue Planung und Improvisation liegen dicht beieinander. So besteht der eigentliche Start des Bauvorhabens auch nicht aus wildem Aktionismus. Es wird beim Kaffee genau besprochen, was, wer, wie macht. Hektik kommt nicht auf, denn es sind ja noch zehn Tage Zeit. An diesem Nachmittag wird der Wagen für seinen fünften Einsatz hergerichtet. "Im letzten Jahr war er eine Großküche und wir die Köche", erzählt Schingen.
30 Kinder sind Mitglieder
77 Mitglieder hat der Verein. Davon sind allein 30 Kinder unter 18 Jahre. Während die großen und kleinen Cowboys die Klammern des letzten Jahres aus dem Holz ziehen, ist Manni Grund dabei, den Wagen auszumessen. Die Plane soll perfekt über die bestellten Sechs-Meter Stangen gezogen werden können. Dafür muss neue Farbe auf das Holz. Irgendwie sollen Speichenräder-Imitate einen Originaleindruck vermitteln. Größe und Form der Räder gibt ein Foto aus dem Internet wieder, das als Vorlage dient. Aus zwei Spanplatten sollen die hinteren, großen Speichenräder herausgesägt werden. Es wird solange gemessen, bis Radius und Aussehen stimmen.
Beim Sägen zeigt Armin, wie es gemacht wird. Der gelernte Schreiner weiß, wie die Stichsäge zu führen ist. Jan Dominikus steht am anderen Ende. Er ist zufrieden. Seit drei Jahren sitzt er "auf dem Bock" des Schleppers, der den Wagen zieht. Der Wagen hat eine neue Deichsel bekommen. "Die sieht gut aus", bewertet er kritisch, denn daran hängen schließlich am 7. März der Wagen mit den .Cowboys. Der Schlepper, so die Idee, soll in der verbleibenden Zeit auch noch dekoriert werden. Zwei Pferde, links und rechts angebracht, könnten den Planwagen-Eindruck noch verstärken.
Doch dafür ist momentan keine Zeit. Die Lackfarbe muss umgetauscht werden, da sie nicht schnell genug trocknet. Also muss jemand los und andere holen. Natürlich muss auch der Magen sein Recht bekommen. "Ich muss mal für Essen sorgen", erklärt Schingen und verschwindet in der Küche der Feuerwache. Bockwurst und Brötchen machen aus der Pause eine richtige Mittagspause.
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