Remscheid: Damen-Wahl
VON HENNING SCHLÜTER - zuletzt aktualisiert: 20.02.2010Remscheid (RPO). Rund 2000 Remscheider haben schon an der Wahl zur Sportlerin, zum Sportler und zur Mannschaft des Jahres teilgenommen. Sieger und Platzierte werden am 26. März bei der "Nacht des Sports" geehrt, die von Stadt, Sportbund und Bergischer Morgenpost präsentiert wird. Wir stellen in einer dreiteiligen Serie die nominierten Sportler vor.
Ladies first: Mit den fünf nominierten Sportlerinnen starten wir heute die Vorstellung der Athleten des Jahres 2009, für die die Bürger per Wahlcoupon oder im Internet ihre Stimme abgeben können. Und schon der erste Teil unserer jeweils samstags erscheinenden Serie beweist: Die Remscheider haben wieder die Qual der Wahl,
Hannelore Kerlies
Für ihre Enkel hat Hannelore Kerlies bereits gewonnen. "Du bist nicht wie andere Omas", sagen die Nachkommen respektvoll zur 68-jährigen Sportschützin. Und sie haben damit wohl Recht. Schließlich wurde die Remscheiderin, die für die SG Balken Leichlingen antritt, 2009 bei der Deutschen Meisterschaft in Dortmund in der Disziplin "Luftgewehr aufgelegt" Titelträgerin. Und das, obwohl sie wöchentlich nur einmal trainiert und nur ein altes, gebrauchtes Gewehr besitzt. Dennoch holte sich Kerlies 2009 in Hannover auch noch die Silbermedaille bei der DM in der Kleinkaliberdisziplin "KK-50 Meter, aufgelegt". Dass ihr das Schießen im Blut liegt, spürte sie früh: "Als Kind habe ich meine Freundinnen auf der Kirmes immer allein zu den Fahrgeschäften gehen lassen, damit ich an der Schießbude loslegen konnte."
Maike Bock
Nicht viele Athleten aus der Region hatten in diesem Jahr die Möglichkeit, den Namen Remscheids auf internationalem Niveau zu repräsentieren. Maike Bock gelang dies eindrucksvoll: Die Bundesliga-Sportkeglerin des RSV Samo Remscheid krönte eine insgesamt erfolgreiche Saison gemeinsam mit dem Spitzentrio der deutschen Scherenbahn-Keglerinnen, bestehend aus Bianca Meyer (KF Oberthal), Katja Ricken (SKC Dortmund) und Elke Radau (KSC Dilsburg) mit dem Europameister-Titel im Mannschaftswettbewerb. Im Juni gewann die deutsche Nationalmannschaft mit deutlichem Abstand vor der Konkurrenz aus Luxemburg und Frankreich. Und dabei erzielte Maike Bock mit 845 Holz das drittbeste Ergebnis im gesamten Wettbewerb.
Sarah Schötz
Die Konkurrenz war schockiert: Bei der Westdeutschen Leichtathletik-Meisterschaft der Schüler in Betzdorf (bei Siegen) schleuderte Sarah Schötz (15) im Speerwurf ihr Sportgerät gleich im ersten Versuch auf 41,66 Meter – drei Meter über ihrer damaligen Bestleistung. Das bedeutete den Titel in der Altersklasse W 15 und trug der Athletin ein großes Lob vom damaligen Trainer Günther Schmidt ein: "Mit 40 Metern wäre ich doch schon zufrieden gewesen." Die Weite war übrigens kein Zufallsprodukt: Im selben Wettkampf überbot Schötz bei zwei weiteren Versuchen die 39-Meter-Marke. Das bescherte ihr auch eine Nominierung für den Bundeskader C/D und machte andere Klubs auf sie aufmerksam: Inzwischen ist Schötz von der LG Remscheid zum TSV Bayer 04 Leverkusen gewechselt und nutzt dort die mit Abstand besseren Trainingsmöglichkeiten.
Ramona Bothe
Neben Sarah Schötz sorgte auch die 15-jährige Ramona Bothe 2009 für Leichtathletik-Höhepunkte. Bei der Nordrhein-Schülermeisterschaft in Bottrop gelangen der Athletin der LG Remscheid mit einem Sieg über 300 Meter (42,60 sec) sowie Platz zwei über 100 Meter (13,08 sec trotz starkem Gegenwind) zwei faustdicke Überraschungen. Zu einer Medaille hätte es für sie fast auch bei der Westdeutschen Meisterschaft in Betzdorf gereicht: In 13,10 Sekunden kam sie nach 100 Metern allerdings "nur" auf den undankbaren vierten Rang und hatte auch etwas Pech bei der Nordrhein-Mehrkampfmeisterschaft in Wesel: Mit 2509 Punkten im Block-Wettkampf "Sprint/Sprung" schrammte sie um 66 Zähler an der Norm für die Deutsche Meisterschaft vorbei.
Sabine Papendick
2008 warf sie eine Verletzung zurück. Um so größer war der Erfolgshunger im vergangenen Jahr bei der neunten Auflage des Röntgenlaufs: Nach 3.23:58 Stunden gewann Sabine Papendick (41) den Marathon-Wettbewerb und feierte damit ihren zweiten Röntgenlauf-Sieg, der für die Läuferin der LTV-Runner zugleich die vierte Stadtmeisterschaft bedeutete. Damit aber noch nicht genug: Zuvor hatte Papendick bereits beim Düsseldorf-Marathon für ein Ausrufezeichen gesorgt: Vor nahezu 400 000 Zuschauern sorgte sie für die beste Leistung aus Remscheider Sicht. Da ihr Arbeitgeber ebenfalls Sponsor des Wettbewerbs war, ging sie für die "Vodafone-Runners" an den Start und erreichte in einer neuen persönlichen Bestzeit von 3.14:07 Stunden das Ziel. Damit belegte sie den achten Platz in der Gesamtwertung. Den Sieg in ihrer Altersklasse verpasste Papendick lediglich um sechs Sekunden.
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