Remscheid: Dem Himmel ein Stück näher
VON MICHAEL MÖLLER - zuletzt aktualisiert: 10.08.2010Remscheid (RPO). Die Sternwarte Remscheid öffnet den Blick in ferne Galaxien. Bei klarem Himmel wird für Sternegucker die Kuppel geöffnet. Doch weil es über Remscheid so hell ist, gibt es inzwischen eine Außenstelle auf dem Land.
Wer die Sternwarte Remscheid besucht, kommt dem Himmel schrittweise näher. Nach 104 Stufen hat es der Besucher des Bismarckturms am Stadtpark fast geschafft. Fotos an den Wänden zeigen ihm, dass er sich immer weiter von der Erde entfernt. Nach dem Foto der Sonne folgt der Mond, und die weiteren Bilder entführen bis hin zu fernen Gasnebeln. Dann steht der Besucher im kleinen Seminarraum der Sternwarte. Noch wenige Stufen mehr und er hat das Herzstück erreicht: die beiden Teleskope.
Sind nicht gerade Schulferien, bietet der Verein allen Interessierten die Möglichkeit, die Sternwarte im Bismarckturm mittwochs und sonntags zu besuchen. Bei klarem Wetter wird die Kuppel des Turms geöffnet. Mit Hilfe der Teleskope beobachten die Sternegucker den Mond, Planeten und auch "Deep Sky"-Objekte, also weit entfernte Objekte, wie Galaxien oder Nebel. Dabei brauchen Neulinge durchaus Geduld, informiert der Astronomischen Verein Remscheid, der die Sternwarte betreibt: Dem einen oder anderen Besucher falle es erst mal schwer, im Okular des Telekops überhaupt etwas zu entdecken. Jedoch könne sich jeder Besucher soviel Zeit nehmen, wie er brauche.
Sternschnuppen
Perseiden Zurzeit lohnt der Blick in den Himmel besonders: Der Sternschnuppen-Schwarm der Perseiden zieht an der Erde vorbei.
Sternwarte Geöffnet mittwochs, 19.30-21 Uhr und sonntags, 14-16 Uhr; in den Ferien nur vereinbarte Führungen.
Führungen Peter Kalbitz Tel. 02191 663795.
"Bei meinem Mann und mir hat das Interesse am Universum schon in Kindertagen angefangen", erzählt Angelika Hoppe vom Vereinsvorstand. Damit ist sie nicht alleine. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Physiklehrer Dr. Hans Schäfer, den Remscheidern die Astronomie näher zu bringen. Als Kind hatte man ihn für die Naturwissenschaften interessiert. Er war es, der sich darum bemühte, aus dem kriegsbeschädigten Bismarckturm die Sternwarte zu machen. Der Turm war in Friedenszeiten Aussichtsturm für die Bürger, in Kriegszeiten diente er Luftschutzmeldern als Beobachtungsposten. Am 3. Oktober 1968 wurde der Bismarckturm zur Sternwarte.
Nach zwei Sanierungen, zuletzt 2005 bis 2007, erstrahlen Turm und Sternwarte in neuem Glanz. Doch inzwischen hat der Verein noch einen zweiten Standort. "Mittlerweile ist auch Remscheid zu hell geworden. Die richtige Astronomie betreiben wir in der Remscheider Außensternwarte", erzählt Angelika Hoppe. Zwischen Hückeswagen und Wipperfürth gelegen, bieten sich den Hobbyastronomen noch ein dunkler Himmel und ein ungetrübter Blick auf ferne Sterne.
Mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden erhält der Verein heute die Sternwarte und astronomische Forschung von Remscheid aus am Leben. Eine Spende und ein nettes Geschenk sind die Sternpatenschaften. Ab 22 Euro kann man Sterne und Nebel verschenken.
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