Remscheid: Den Gymnasien fehlen tausende Euro für Bücher
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 18.04.2008Remscheid (RPO). Jetzt klagen auch die Gymnasien öffentlich, dass ihnen das Geld für Schulbücher ausgeht. In einem Brief an Stadtverwaltung und Politik fordert der Sprecher der Remscheider Gymnasien, Michael Birker, eine Erhöhung des städtischen Schuletats zur flexiblen Verwendung von Lernmitteln.
Allein am Gertrud-Bäumer-Gymnasium fehlten im nächsten Schuljahr rund 10.000 Euro für neue Bücher. „Das sind 41 Prozent unseres Etats für 2008/2009“, bezifferte Birker das Defizit in der Sitzung des Schulausschusses.
Kritik der GEW
Anfang der Woche hatte die GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) in einem Schreiben auf die finanziellen Engpässe hingewiesen. Die Zuschüsse für Lernmittel an Grundschulen reichten vorne und hinten nicht, besonders weil der Eigenanteil der Eltern im neuen Schuljahr landesweit von 49 Prozent auf ein Drittel der vom Land vorgegebenen Durchschnittskosten gesenkt wird.
Weil die Stadt die Differenz nicht kompensiert und neue Bücher – vor allem für das neue Fach Englisch ab Klasse 1 – angeschafft werden müssen, klaffe ein Riesenloch in der Kasse. Wer zocken könne, müsse auch Geld für Kinder haben, spielte GEW-Vorsitzender Gottmann auf die Zinsspekulations-Geschäfte der Stadt an.
Ein höherer Bedarf an Schulbüchern bestehe auch an den Gymnasien, knüpfte Birker an. Bedingt durch die Schulzeitverkürzung (Turbo-Abitur) müssen dringend neue Lehrwerke gekauft werden. Weil die Etats für die Schulbuchbestellung aufgrund der europaweiten Ausschreibung bereits festgelegt worden seien, müsste der Schulträger den Betrag zur flexiblen Verwendung für die Beschaffung von Lernmitteln erhöhen.
Schulverwaltungsamtsleiter Jörg Biermann erinnerte daran, dass Remscheid sich an den gesetzlich vorgegebenen Maximalwert von 36 Euro pro Kind und Schuljahr halte. In den letzten fünf Jahren sei der Schulbuchetat nicht gekürzt worden. Und als Englisch als neues Fach an Grundschulen eingeführt wurde, hätten nicht alle Schulen ihr Budget ausgeschöpft. Jeweils 1500 Euro seien damals zusätzlich zur Verfügung gestellt worden.
Schuldezernent Dr. Christian Henkelmann zeigt Verständnis für die Nöte der Schulen, appellierte aber an Politik und Schulleiter, die Gespräche zwischen Deutschem Städtetag und Kommunalen Spitzenverbänden abzuwarten. Klären sollen sie, ob die Stadt oder das Land die Zusatzkosten trägt. „Wir bräuchten 230 000 Euro zusätzlich“, bestätigte Henkelmann das Defizit im Schulbuchetat.
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