Remscheid: Die Wrestler von Lüttringhausen
VON GERHARD PICK - zuletzt aktualisiert: 17.11.2010Remscheid (RPO). Ein ungewöhnliches Angebot gibt's seit kurzem beim Lüttringhauser Turnverein: Wrestling. Organisator des Schaukampfes aus Springen, Ringen, Werfen, Treten und Schlagen ist ein 15-Jähriger. Axel Halbach eifert seinen großen Vorbildern aus den USA nach. Alle "Kämpfe" werden gefilmt und später ins Internet gestellt.
Richtige Fans hat er schon, sechs in den USA, je zwei aus England und Australien, einen Franzosen. Und natürlich Deutsche. Axel Halbach ist 15 Jahre jung, Wrestler und Wrestling-Trainer in einem. Seit kurzem ist er der Motor eines Wrestling-Kurses, den der Lüttringhauser Turnverein jeden Freitag ab 20 Uhr in der Sporthalle der Adolf-Clarenbach-Grundschule anbietet.
Unterstützt wird er dabei von seiner Mutter Silke Halbach. Sie suchte nach den Wrestling-Versuchen ihres Sohnes und seiner Freunde im heimischen Kinderzimmer eine räumliche Alternative. Die war bald gefunden, und mit der Übernahme ins LTV-Kursangebot auch der organisatorische Rahmen.
Die Kamera ist immer dabei
Wrestling
Wrestling ist eine Schaukampf-Sportart, bei der sich die Gegner in einem Ring mit Sprüngen, Würfen, Haltegriffen, Schlägen und Tritten bekämpfen. Allerdings so, dass sich die Kontrahenten trotz spektakulärer Attacken nicht verletzen. Viele Wrestlings werden über Fernsehen oder Internet weltweit gesendet. Zudem wird es in Kinofilmen, zum Beispiel mit Hulk Hogan, sowie mit Videospielen vermarktet. Besonders viele Fans hat Wrestling in den USA.
Inzwischen nutzen Axel, Philipp (13), Niklas (14) und Thomas (15) die Sporthalle und einige Geräte regelmäßig. Zum Üben ebenso wie für Kamera-Aufnahmen interessanter Show-Elemente, die später über das Internet den Fans präsentiert werden. Zwar fehlen (noch) der große Wrestling-Ring und die Beleuchtung, doch mit effektvoller Musik und einer Menge Fantasie kommt auch in der sonst leeren Turnhalle Stimmung auf. Zur Not geht es auch ohne Musik, wie die LTV-Wrestler beim Übungsabend demonstrieren.Nachdem der provisorische Ring aus vielen Matten in einer Ecke der Halle von zwei Freunden der Wrestler aufgebaut ist, geht alles ganz schnell. Nach kurzem Aufwärmen, wozu einige Sprünge und Salti vom kleinen Trampolin auf die etwa fünfmal fünf Meter große Mattenfläche reichen, geht es gleich mit den "matches" los.
Beim Wrestling gehören dazu zwei Kämpfer, die sich nach vorher vereinbarter Choreographie nach allen Regeln der Kunst durch die Luft und auf die Matte befördern. Das wirkt dramatisch, ist aber halb so schlimm. Wie es gemacht wird, demonstriert Axel selbst. Zum Beispiel beim "Suplex", einer Hebe- und Wurf-Figur, bevor Thomas und Niklas sie einige Male bis zur Filmreife üben.
Inzwischen hat Alex die Kamera geholt und Freddy (14) übergeben, der damit zum Kameramann der abendlichen Wrestling-Show wird. Zu der gehört – natürlich – auch das effektvolle Erscheinen mit großer Geste in der Halle, der schwere (angedeutete) "Schlag", der den Gegner mit Rückwärtssalto auf die Matte befördert, der "brutale" Sprung in den Gegner und die Drehfigur, die ebenfalls auf dem Boden endet. Viel schweißtreibende "Action", die leichter aussieht als sie ist. Nichts für Freddy, der lieber beim Mattenaufbau und Filmen hilft. Vielleicht aber etwas für andere Jugendliche, die Hulk Hogan und Co nacheifern möchten. Oder Wrestlern wie Edge & John Morrison oder Jack Evans, von denen sich Axel inspirieren lässt.
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