Remscheid: Die Zukunft ist blau
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 25.01.2008Remscheid (RPO). Die Remscheider Entsorgungsbetriebe erwägen, in Remscheid die kostenlose Papiertonne einzuführen. In Wuppertal gibt es sie schon – die Nachfrage ist riesengroß.
Tonnen-Regeln
Was darf in die blaue Tonne?
Aktenordner (Pappe), Altpapier, Papier in größeren Mengen, Eierkartons (Pappe), Kataloge, Prospekte , Pappe, Kartons, Wellpappe - Verpackungen (Papier, Pappe), Zeitungen, Zeitschriften.
Was darf nicht in die blaue Tonne?
Getränkekartons (Tetrapak), die den grünen Punkt tragen, Hygienepapier, Kosmetiktücher, Kaffeetüten (Folienverpackung), Küchentücher, Papiertaschentücher, Milchtüten, Safttüten, Tapete, Verbundstoffe (nur Verpackungen) - Windeln, Watte .
Viele kennen das Ritual. Ist der Container an der Ecke mal wieder voll, fährt manch ein Remscheider seine wöchentliche Ladung Altpapier tagelang im Auto spazieren, bis ihm beim nächsten Einkauf eine Überraschung erwartet, wenn er den Kofferraum öffnet.
Dabei kann die Entsorgung so unkompliziert sein. Einfach vor die Haustür gehen, die blaue Tonne öffnen und die Last in den Behälter gleiten lassen.
So zumindest verabschieden seit Anfang des Jahres immer mehr Wuppertaler ihr Altpapier. Seit der Rat im Herbst den Beschluss fasste, die blaue Papiertonne kostenlos anzubieten, kann sich die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) vor Bestellungen kaum retten. Mittlerweile wurden 17 000 Behälter bestellt. Wartezeiten sind die Folge.
Zusätzliche Mülleimer, zusätzliches Personal, zusätzliche Fahrten und auch mehr Müllwagen bedeutet dies für die AWG – und doch rechnet sich die Sache für den Entsorger. „Der Preis für Altpapier hat sich in kürzester Zeit praktisch verdoppelt“, sagt Ursel Simon, Pressesprecherin der AWG.
Eine Kunde, die sich nun auch nach Remscheid herumgesprochen hat. „Wir rechnen das Thema gerade durch und werden der Politik in den nächsten Wochen eine detaillierte Vorlage präsentieren“, sagte der Leiter der Remscheider Entsorgungsbetriebe, Michael Zirngiebl, auf BM-Anfrage.
Mit einer Nachfrage hatte die Wählergemeinschaft schon im letzten Jahr bei ihm angeklopft. Zirngiebl sieht in diesem Jahr den richtigen Zeitpunkt, um eine blaue Tonne in Remscheid anzubieten. Mit den aktuellen Altpapierpreisen sei das Angebot kostenlos zu finanzieren.
Neben mehr Service für den Kunden, der nun auch sein Papier vor der Tür abgeholt bekommt, sieht Zirngiebl einen positiven Effekt bei der Mülltrennung. Derzeit lande noch viel Papier in der Restmülltone. Das könne mit einer blauen Tonne verhindert werden. Die Menge des kostenpflichtigen Restmülls werde sinken. Wie auch die Wuppertaler wollen die REB wohl ein Mischsystem aus Tonnen und Altpapiercontainern vorschlagen. „Wir würden die Container erst mal stehen lassen und beobachten, wie sich die Auslastung entwickelt.“
Die Erfahrung der ersten Wochen in Wuppertal zeigt, dass sich die Situation entspannt. Bei den Leerungen nach Weihnachten und Silvester hätten die Mitarbeiter nicht wie üblich völlig überfüllte Container vorgefunden, sagt Ursel Simon. So lohnt sich die blaue Tonne auch für die, die sie nicht bestellen.
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