Remscheid: Direktoren: Gemeinschaftsschule als Weg
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 05.04.2011Remscheid (RPO). Nicht mit einer dritten Gesamtschule, sondern mit Gründung einer Gemeinschaftsschule würde man dem Elternwillen eher Rechnung tragen. Das schreiben die vier Gymnasialdirektoren in einer gemeinsamen Presseerklärung.
Sie bringen damit eine neue Variante in die politische Diskussion über die Zukunft der weiterführenden Schulen ein. Zu einer Kooperation mit dieser Schule und zur Aufnahme von Schülern nach der Qualifikation in die gymnasiale Oberstufe seien sie alle bereit.
Unruhe in der Elternschaft
Die Leiter des Gertrud-Bäumer-, Leibniz-, Ernst-Moritz-Arndt- und Röntgen-Gymnasium reagieren mit ihrem Schreiben auf die Äußerung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Hans Peter Meinecke in seiner Haushaltsrede in der vergangenen Ratssitzung: Betrachte man die Anmeldezahlen zu den weiterführenden Schulen, so zeige sich, dass Remscheid zwei Hauptschulen und ein Gymnasium zu viel habe.
Es fehle aber eine Gesamtschule, weil die beiden Gesamtschulen zahlreiche Kinder ablehnen. Diese Aussage ist aus Sicht der Schulleiter voreilig und habe in den vier Schulgemeinden für Aufregung und Unruhe gesorgt. Angesichts der Raumnot in allen Gymnasien habe die Rechnung Meineckes nur Unverständnis hervorgerufen.
Zudem würden schulpolitische Gräben aufgerissen. Dabei sei die interfraktionelle Arbeitsgruppe aus Fraktions- und Schulvertretern , die Entscheidungen vorbereiten soll, doch auf einem guten Weg gewesen. Die Schulleiter appellieren daher, den konstruktiven, behutsamen Dialog mit allen Beteiligten fortzusetzen.
In der Schließung eines Gymnasiums sehen die Direktoren keine Lösung des Problems, dass die beiden Gesamtschulen aufgrund begrenzter Aufnahmekapazitäten jedes Jahr viele Schüler ablehnen. Denn nur zehn Viertklässler von 150, die diesmal von den beiden Gesamtschulen abgewiesen wurden, hatten eine Empfehlung für die Schulform Gymnasium. Alle hätten einen Platz am gewünschten Gymnasium bekommen, heißt es weiter.
Die anderen Schüler hätten vorwiegend eine Empfehlung für die Haupt- oder Realschule. Wie berichtet, nehmen Gesamtschulen aber stets je ein Drittel Schüler mit Empfehlung für Haupt-, Realschule und Gymnasium auf.
Weiter warnen die Direktoren vor überfüllten Klassen und Raumnot, wenn ein Gymnasium aufgegeben werde – trotz sinkender Schülerzahlen. Dies gehe aus dem Schulentwicklungsplan von 2008 hervor.
Wörtlich: "Wenn wir gemeinsam die Zahl der Abiturienten auf die landesweit gültige Prozentzahl von ca. 35 Prozent heben wollen, brauchen wir kleinere Klassen und mehr Raum für Förder- und Betreuungsmaßnahmen."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



