Remscheid: Eine "Brücke" für das Ehrenamt
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 10.03.2009Remscheid (RPO). Die unabhängige und träger-übergreifende Freiwilligenzentrale für Remscheid will Bürger animieren, sich für andere einzusetzen und zu helfen. Gestern stellte der Vorstand in seinem Ladenlokal in der Remscheider Innenstadt sich und seine Ziele vor.
Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, hat zwar meist jede Menge Ideen, weiß oft aber nicht so recht, wo er seine freiwillige Hilfe anbieten kann. Die neue Freiwilligenzentrale für Remscheid "Die Brücke e.V." sieht sich deshalb als Vermittler zwischen engagierten Bürgern und den Trägern sozialer Freiwilligenarbeit. Die unabhängige und träger-übergreifende Zentrale stellte gestern ihr Ladenlokal in der City vor und formulierte ihre Ziele.
"Der Trägerverein der Freiwilligenzentrale wurde auf breiter Basis aufgestellt, denn alle Wohlfahrtsverbände machen mit", erklärte der Vorsitzende Ralf Barsties vom Diakonischen Werk. Hinzu kämen 25 Institutionen, Organisationen Kirchengemeinden und Bürger. Man wolle das Rad nicht neu erfinden, sondern bestehende Angebote fördern und effektiv vernetzen.
"Die Brücke"
Trägerverein Gründung erfolgte im Juni 2008.
Mitglieder (u.a.): Awo, Der Paritätische, DRK, Diakonie, Caritas, katholische/evangelische Kirche, Senioren-Union, Stadt Remscheid.
Beitrag Institutionen 120 Euro pro Jahr, Einzelpersonen 30 Euro.
Adresse Alte Bismarckstraße 8, Tel. 02191 8909050 (ab 16. März freigeschaltet); bis dahin Kontakt unter Tel. 02191 49110 (Fußwinkel) oder Tel. 02191 968115 (Barsties).
Die Arbeitsgruppe Ehrenamt des Runden Tisches 50plus hat die "Brücke" Mitte 2008 als zentrales und innovatives Projekt ins Leben gerufen. Der Trägerverein mit den Organisationen und Institutionen wird in der Projektphase 2009 und 2010 finanziell durch die Verbände der Arbeitsgemeinschaft Wohlfahrtspflege unterstützt. Arbeit gibt's reichlich: Basisfinanzierung, Infrastruktur aufbauen, Internetpräsenz schaffen, Standards für die Kontaktaufnahme entwickeln, Vorstellung in Arbeitskreisen und Gremien, Ehrenamtliche werben, Fortbildungsmöglichkeiten schaffen. "Wir suchen Ehrenamtliche für unseren Verein, um das Ehrenamt zu koordinieren und langfristig zu etablieren", erläuterte Schatzmeister Werner Fußwinkel (Caritas). Die Freiwilligenzentrale solle eine Brücke sein, um Menschen die Möglichkeit zu geben, sich freiwillig zu engagieren. "Wir verstehen uns als Vermittlungsagentur zwischen den Interessen der Freiwilligen und den Bedürfnissen der Institutionen", betonte Barsties. Viele Menschen seien bereit, freiwillig zu helfen, die Schwellenangst sei aber zu groß, bei einer Organisation vorzusprechen. "Die Brücke" könne als unabhängige Zentrale diese Angst nehmen und Menschen, die suchen, und Menschen, die anbieten, miteinander vernetzen. "In Remscheid gibt es eine gewachsene Tradition der Zusammenarbeit", findet Beisitzer Ralf Noll vom Haus Lindenhof. Die Stadt habe eine interessante Größe und Struktur, um Ressourcen zu bündeln. Freiwillige müssen nicht Mitglied im Verein werden. "Ihr Engagement soll kein Festnageln für alle Zeiten sein, sondern vorübergehenden Einsatz ermöglichen", erläuterte Beisitzer Karl-Manfred Halbach vom "Paritätischen", ehemaliger Sozialdezernent und Stadtdirektor. Wichtig ist der "Brücke", dass Freiwillige nicht an Privatpersonen, sondern nur an Institutionen und Vereine vermittelt werden. "Da sehen wir ein großes Reservoir", sagte Thomas Köppchen, Altenhilfeplaner der Stadt und Beisitzer des Vereins.
Schon bald will die "Brücke" auch regelmäßige Öffnungszeiten in ihrem Ladenlokal anbieten. Dafür wurde Sozialarbeiterin Melanie Clemens in Teilzeit angestellt.
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