Remscheid: Eltern zweifeln Spareffekt an
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 13.03.2010 - 11:43Remscheid (RPO). Die Schließung der Grundschule Goldenberg ist ein Vorschlag im Sparpaket der OB. Jetzt wurde die Schule selbst aktiv und lud die Ratsfraktionen zur Diskussion. Rund 100 Bürger übten Kritik, die Politik blieb zurückhaltend.
Lüttringhausen Wer erwartet hatte, die Vertreter aller sechs Ratsfraktionen würden sich zur geplanten Schließung der Grundschule Goldenberg klar positionieren, wurde enttäuscht. Vor allem Eltern versuchten bei der Podiumsdiskussion im Haus Goldenberg über diesen Prüfauftrag im Sparpaket von OB Wilding die Politik in die Zange zu nehmen. Doch sie wurden – außer von den Linken – auf Sommer vertröstet. Bis dahin habe man sich intern beraten, hieß es. SPD-Fraktionsvorsitzender Hans Peter Meinecke versprach: "Es wird keine überflüssige Schule geschlossen."
"Fatal für den Ortsteil"
Schule Goldenberg
Baujahr 1854 wurde das Gebäude errichtet, später kamen Pavillons dazu.
Schülerzahl: 153
Zügigkeit: 1,5 – insgesamt sechs Klassen inklusive Montessori-Klassen.
Ganztagsgrundschule: 92 Kinder in vier Gruppen
Schülerzahl-Entwicklung: seit 15 Jahren konstant
Klassenstärke: 25 Schüler/Klasse
Leitung Jürgen Gottmann
Der von Rektor Jürgen Gottmann initiierte Dialog schien am Ende für beide Seiten aufschlussreich. "Wir nehmen Ihre Anregungen mit", versprachen die Politiker. Eltern hatten zuvor das Forum genutzt, um die "hohe Qualität der Goldenberger Schule" zu loben. Den Sinn einer Schulschließung zweifeln sie an. Vielmehr wäre sie fatal für das Leben im Ortsteil Goldenberg, der stark von Schule, Kirche und Verein geprägt werde, so der Tenor.
"Die jährliche Einsparung liegt in Höhe der Kosten für eine Dreiviertel-Hausmeisterstelle", sagte Wolfgang Heinemann, Vorsitzender des Schulvereins. Auch der in der Liste aufgeführte Verkauferlös von 535 000 Euro für die Immobilie sei nicht haltbar, weil das Grundstück schwer zu vermarkten sei. Laufende Kosten wie Strom, Wasser und Reinigung fielen auch an, wenn die Kinder andere Schulen besuchen. "Warum sollte man ein funktionierendes System kaputt machen?"
Das Thema Schulschließung solle nicht nur auf der Basis des Sparpakets, sondern auch im Rahmen der Schulentwicklungsplanung diskutiert werden, betonte Meinecke. Jutta Velte (Grüne) stellte klar, dass Kinder, die einmal am Goldenberg eingeschult wurden, nicht auf eine andere Schule wechseln müssten. Schulschließung bedeute langsames Auslaufenlassen. Mit der Bitte um eigene Sparvorschläge, gab sie eine Steilvorlage. Viele Eltern listeten auf, wie stark sie selber Hand angelegt haben, um die Schule und ihr Umfeld zu pflegen.
Und Gottmann ergänzte: "Die Stadt hat durch Engagement der Eltern schon viel gespart." Im Übrigen sei die Schule weder teuer noch klein, und sie habe auch nicht zu kleine Klassen. Anders als es aus dem Rathaus hieß, gehöre Goldenberg nicht zu den kleinsten Schulen, sondern liege "im Mittelfeld". Als einzige Schule habe sie in den vergangenen 15 Jahren keinen Schülerrückgang zu verzeichnen. Eine Umfrage habe ergeben, dass es für die nächsten Jahren ausreichend Anmeldungen geben wird. Gottmann: "Unsere Auftragsbücher sind voll."
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