Remscheid: Erst kommt das Schmieden
zuletzt aktualisiert: 07.02.2011 - 15:17Remscheid (RPO). Es ist sehr, sehr heiß am Arbeitsplatz von Tahir Erdogan und Nedim Dogan. Das liegt daran, dass die beiden Männer an einem Schmiedeofen stehen. Der wird bis zu 1200 Grad heiß. Das ist viel: Wer zu Hause einen Kuchen backt, muss den Backofen auf höchstens 200 Grad einstellen. Der Ofen bei Hazet ist also sechs mal so heiß.
Diese hohe Temperatur ist nötig, um Metall weich zu machen. So lässt es sich leichter in eine andere Form bringen. Ein Schraubenschlüssel besteht aus einem ganz besonderen Werkstoff, nämlich Chrom-Vanadium-Stahl. Das ist eine Mischung aus Eisen, Kohlenstoff sowie Chrom und Vanadium. Auch das sind Metalle. Reines Eisen wäre zu spröde, um es zu bearbeiten. Es würde reißen oder splittern.
Der Stahl hat zunächst die Form von Bändern, die sechs Meter lang sind. So hoch springen Stabhochspringer. Außerdem sind sie knapp so dick wie ein Finger. Aus diesen Bändern werden längliche Stücke geschnitten, um sie besser bearbeiten zu können. Diese Stücke sind zwar so lang wie ein Schraubenschlüssel, aber eckig und nicht so handlich. Es würde weh tun, wenn man sie fest in die Hand nähme.
Diese Stücke werden im Schmiedeofen erhitzt. Das macht der Mann links im Bild. Er legt gerade ein vor Hitze glühendes Stück in die Maschine, die der Arbeiter rechts daneben bedient.
Der lässt den Hammer in der Maschine auf und nieder gehen. Der Hammer ist auf dem Bild an den schwarz-gelben Streifen zu erkennen. Sie sind verwischt, weil der Hammer in Bewegung fotografiert wurde. Der Hammer bringt das Metallstück in eine Form, die schon ein bisschen so aussieht wie ein Schraubenschlüssel.
Die Wucht der Schläge ist so groß, dass die Maschine dabei wackelt. Und es ist so laut, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht. Daher arbeiten die Männer mit Ohrstöpseln. Sonst würden sie auf Dauer taub.
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