Remscheid: Es knirscht am Knoten
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 13.02.2007Remscheid (RPO). Jeden Tag staut sich der Verkehr an der überlasteten Kreuzung Trecknase. Vor allem auf der Borner Straße bilden sich lange Schlangen. Möglichkeiten der Entlastung werden jetzt untersucht.
Morgens um 10 Uhr ist die Welt nicht in Ordnung, wenn man zum Beispiel als Autofahrer aus Richtung Bergisch Born auf den Knoten Trecknase zurollt – und sich in der Schlange stop-and-go vorwärts quält. Dass es hier hakt, liegt nicht nur an dem hohen Verkehrsaufkommen. Zusätzlich verschärft ein Ampelfehler die Staugefahr. „Die Grünphasen laufen falsch“, sagt Udo Wilde vom Amt für Straßen und Brückenbau auf Anfrage der BM. Bisher hat der Landesbetrieb, der für die Ampeln zuständig ist, die Fehlschaltung nicht behoben. Doch selbst bei perfekter Schaltung sei der Verkehrsfluss am Knoten Trecknase kaum zu optimieren, schränkt Wilde im gleichen Atemzug ein.
Verkehrsaufkommen
Im Fünfjahresrhythmus wird das durchschnittliche tägliche Verkehrsaufkommen (DTV) am Knoten Trecknase gezählt.
1995 lag es durchschnittlich bei 28 579, in 2000 bei 35 264 und fünf Jahre später bei 39 394 Fahrzeugen (in 24 Stunden).
Eine spürbare Entlastung erhofft man sich von dem neuen Autobahnanschluss Blume.
Eigentlich sollte die Grünphase für den Verkehr aus Richtung Bergisch Born mindestens 20 Sekunden dauern, „manchmal ist sie nur drei Sekunden lang“, erläutert Wilde. Dieser Ampelfehler trifft die Kreuzung ausgerechnet an der Achillesferse: Sämtlicher Verkehr aus dem und zum Gewerbegebiet Trecknase muss über den am meisten befahrenen Knoten Remscheids fahren.
Beschwerden von Anliegern
„Es ist die einzige Zufahrt“, stellt Hans-Otto Heming vom Amt für Straßen und Brückenbau fest. Weil es Kritik von der Volksbank und anderen Anliegern an der unbefriedigenden Situation gab, prüfe sein Amt nun Alternativen. Eine könnte theoretisch die Öffnung des Handelswegs sein, der vom Tenter Weg zur Borner Straße führt. Über die anderen Untersuchungen möchte der Verkehrsexperte noch nicht sprechen. Zugespitzt habe sich die Lage auch, als die Ausweichstrecke über Grenzwall und Baisiepen gesperrt wurde.
Keine Lösung für die Kreuzung Trecknase in Sicht? Im Gegensatz zur Kreuzung Eisernstein in Lüttringhausen ist die Trecknase noch nicht untersucht worden. Fest stehe, dass ein neues Steuergerät für die Ampeln den Verkehrsteilnehmern nicht helfen würde: Vorgeschriebene längere Schutzzeiten würden den Rundlauf der Ampeln sogar noch verlängern. „Folglich wäre die Kreuzung noch weniger leistungsfähig“, erklärt Wilde. Der Umbau in einen Kreisverkehr sei zwar noch nicht geprüft worden. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens sei ein einspuriger Kreisel hier jedoch völlig ungeeignet. Durchschnittlich fuhren in 2005 fast 40 000 Fahrzeuge über den Knoten – im Vergleich: Am Eisernstein sind es 24 000. Ob sich die Varianten „Bypässe“ oder zweispuriger Kreisel vom Platz her verwirklichen ließen, müsse ebenfalls noch geprüft werden, sagt Heming. Fakt sei, dass sich die Brücke an der Lenneper Straße nicht aufweiten lasse. Wer den Knoten optimieren wolle, müsse auf die überregionalen Verkehrsflüsse schauen.
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