Remscheid: Europawahl – FDP in Sektlaune
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 08.06.2009Remscheid (RPO). Die Liberalen legen ordentlich zu. Die SPD schneidet noch schlechter ab als 2004. Die Linke wird etwas schwächer als erwartet. CDU und Grüne sind zufrieden. Wahlbeteiligung mit 38,1 Prozent etwas besser als 2004.
Die FDP ist der klare Gewinner der Europawahl in Remscheid. Die Freien Demokraten legten gegenüber 2004 um 4,4 Prozent zu und holten 14,2 Prozent der abgebenen Stimmen. Genüsslich verfolgten der Fraktionsvorsitzender Wolf Lüttinger, Parteichef Hans-Lothar Schiffer und Ratskandidat Michael Kleinbongartz bei der Präsentation im Ämterhaus, wie mit jedem ausgezählten Wahlbezirk ihr Ergebnis noch besser wurde. "Wir können noch besser", meinte Kleinbongartz euphorisch. "Die Leute haben die Nase voll von der großen Koalition".
Ganz anders die SPD. Schnell war klar, dass sich das sehr schlechte Ergebnis von 2004 noch mal wiederholen würde. Am Ende blieb man mit 25,5 Prozent noch mal leicht unter dem Tiefpunkt von 2004. Lange Gesichter bei der Oberbürgermeisterin Beate Wilding und Parteichef Lothar Krebs. "Wir können absolut nicht zufrieden sein", sagte Krebs. Fraktionschef Hans Peter Meinecke erklärte sich die SPD-Schwäche auch die durch die schwache Wahlbeteiligung. Die SPD habe ihre Wähler noch nie gut für diese Wahl motivieren können. Umkehrschluss: Für die Kommunalwahl, bei der erfahrungsgemäß mehr Menschen an die Urne gehen, sei Steigerungspotenzial da.
Zufrieden sind die Grünen. "Damit können wir sehr gut leben", sagte der Bundestagskandidat David Schichel. "Hoffentlich können wir das halten." Traditionell gehen die grünen Wähler fleißig zur Europawahl. Mit Sorge betrachtet er allerdings das Ergebnis des Kommunalwahl-Partners SPD.
CDU sucht den FDP-Kontakt
Zufriedene Gesichter auch bei der CDU. Dass man mit 35,8 Prozent unter dem Bundestrend liegt und das Traumergebnis von 2004 (42,6) nicht wiederholen würde, hatte man erwartet. Aber zehn Prozent vor der SPD – das gibt Rückenwind. "Darauf können wir aufbauen", sagte Parteichefin Elke Rühl. "Remscheid hat bürgerlich gewählt", betonte sie und suchte prompt das Gespräch mit der gut gelaunten FDP-Runde. Der OB-Kandidat der CDU, Jochen Siegfried, sieht Angriffspunkte bei der SPD: "Die Leute haben das Gefühl, dass die Führungsspitze im Rathaus mit den aktuellen Problemen der Stadt überfordert ist", berichtete er aus dem Wahlkampf.
Leichte Enttäuschung bei der Linken: "Das Ergebnis ist gut, aber wir hätten uns schon zwei bis drei Punkte mehr gewünscht", sagte Sprecher Fritz Beinersdorf.
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