Remscheid: Faiveley – es bleibt beim Umzug
VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 11.01.2007Remscheid (RPO). Faiveley soll umziehen. Darauf besteht nach wie vor der französische Konzernchef, Robert Joyeux. Er hatte am Dienstag das deutsche Werk besucht und mit Geschäftsleitung sowie Betriebsrat gesprochen.
Bis Ende dieses Jahres soll die Standortverlagerung nach Witten vollzogen sein, wie der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Hubert Stoff gestern berichtet.
Noch schlimmer aber wiegt der mit dem Umzug geplante Stellenabbau über alle Bereiche. Bis zu 75 Mitarbeiter könnte es treffen, sagt Stoff. Die Geschäftsleitung spricht von 60 Beschäftigten. Ziel ist es, Kosten zu reduzieren und das Unternehmen noch profitabler zu machen: Das operative Ergebnis soll, so die Vorgabe aus Frankreich, zwölf Prozent vom Umsatz erreichen. Die wurden vom deutschen Werk im November vergangenen Jahres mit 11,7 Prozent nur knapp erreicht. Die Pläne, einen Geschäftsbereich ins französische Amiens zu verlagern, konnten offenbar zunächst gestoppt werden. Der Geschäftsleitung wurde zugestanden, erst einmal am deutschen Standort nach Verbesserungspotenzial zu suchen.
Sorge macht Hubert Stoff, dass der Mietvertrag für den Standort in Witten zwar über zwölf Jahre läuft, jedoch eine Klausel enthält, die nach fünf Jahren Mietzeit ein Sonderkündigungsrecht für Teile der Fertigung regelt. Der Betriebsrat hat einen Fragenkatalog aufgestellt. „Wir wollen den selben Wissensstand wie die deutsche Geschäftsführung“, fordert Stoff. Dann werde übers weitere Vorgehen entschieden. Bis dahin genehmige der Betriebsrat weder Mehrarbeit, noch den Einsatz von Zeitarbeitern.
Die IG Metall vermag gegen diese Pläne nach Auskunft des ersten Bevollmächtigten Mahlke nichts zu tun. „Wir haben auf diese Entscheidungen keinen Einfluss.“ Mahlke sieht Defizite vor allem bei der Kommunalpolitik, die dafür hätte sorgen müssen, „dass dem Betrieb genügend Standorte angeboten werden“. Dem tritt der SPD-Bundestagsabgeordnete Kucharczyk entgegen: Gemeinsam mit OB Wilding, die bereits vor Weihnachten mit dem Betriebsrat zusammenkam, habe er einen Gesprächstermin mit allen Beteiligten vereinbaren wollen. „Leider wurde der Bitte aus Zeitmangel nicht entsprochen“, schreibt Kucharczyk in einer Pressemitteilung. Der neue Standort soll seinen Angaben zufolge nur noch 12 000 Quadratmeter groß sein. Flächen dieser Größe gebe es auch in Remscheid. Ein Umzug nach Witten wäre überflüssig. „Das Unternehmen hat die Chance verpasst, Lösungen in Remscheid zu suchen.“ Er und Wilding stünden weiter für Gespräche bereit.
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