Remscheid: Feuer bedeutet das Ende für Firma
VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 03.06.2009Remscheid (RPO). Über Nacht hat Frank Reimann seinen Arbeitsplatz verloren – und mit ihm 27 weitere Kollegen: Bei einem Brand ist in der Nacht zu Sonntag das Gebäude der Gertus-Werkzeugfabrik GmbH + Co. KG an der Schmiedestraße komplett ausgebrannt.
Regale, Maschinen und Schreibtische sind unbrauchbar geworden. Die Mauern sind mit schwarzem Ruß überzogen, und wo einst das Dach war, gibt jetzt ein Gerippe aus verkohlten Balken den Blick in den Himmel frei.
Firma existiert seit 1931
Besonders bitter: Das Unternehmen steckt in der Insolvenz. In Remscheid sollte der Betrieb zumindest mit einem Teil der Belegschaft weitergehen, berichtet Reimann, anders als in Teningen (Schwarzwald), wo das defizitäre zweite Werk der Firma Gertus schon Ende April geschlossen wurde. Die Beschäftigten, die bei Gertus weiterarbeiten sollten, hätten am Dienstag ihre Arbeitsverträge unterzeichnet.
Dazu kommt es jetzt jedoch nicht mehr, denn es fehlt das Geld, um die kaputten Maschinen zu ersetzen und den Geschäftsbetrieb fortzuführen. "Der Insolvenzverwalter war schon da und hat den Mitarbeitern mitgeteilt, dass sie freigestellt sind", berichtet Reimann im BM-Gespräch. Die Beschäftigten haben sich gestern bei der Arbeitsagentur gemeldet. Reimann hat bereits mit einem Mitbewerber gesprochen, der bereits angenommene Aufträge erfüllen will.
Die Firma Gertus gab es seit 1931. Sie stellte Gewinde- und Sonderwerkzeuge her. Mitte März hatte der Betrieb aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtlage sowie eines starken Umsatzrückgangs Insolvenz angemeldet.
Der Schaden, den das Feuer in der Nacht zu Sonntag angerichtet hat, wird von der Polizei auf 1,5 Millionen Euro geschätzt. Die Brandursache ist noch unklar, die Kriminalpolizei ermittelt. Das Gelände darf währenddessen nicht betreten werden.
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