Remscheid: Flammen wüteten im Reihenhaus
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 27.07.2007Remscheid (RPO). Dramatischer Einsatz für die Feuerwehr in der Nacht zum Donnerstag: Gegen 23.30 Uhr am Mittwochabend hatten Nachbarn die Einsatzkräfte alarmiert, weil es in einem Reihenhaus an der Hans-Böckler-Straße in Klausen brannte. Als die Berufsfeuerwehr sowie die Freiwilligen Kräfte aus Lüttringhausen und Lennep eintrafen, schlugen ihnen bereits die Flammen aus der Eingangstür entgegen. „Das gesamte Untergeschoss brannte“, berichtete Wachabteilungsführer Thorsten Bußmann.
Den 86-jährigen Bewohner, der alleine in dem Haus lebt und vergeblich versucht hatte, das Feuer noch selbst zu löschen, hatten zu dieser Zeit bereits zwei Nachbarn aus dem Haus gerettet. Der alte Mann kam mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Auch die beiden Nachbarn mussten ärztlich untersucht werden.
Nachbarhäuser in Gefahr
Aufgrund der geplatzten Fensterscheiben drohte das Feuer auf die angrenzenden Häuser überzugreifen. Mit schwerem Atemschutz bahnten sich sechs Feuerwehrleute unter der Einsatzleitung von Michael Hill den Weg ins Haus und konnten den Brand schnell bekämpfen. Zwei Geschosse brannten dennoch komplett aus. Obwohl die Flammen auch auf der Rückseite des Hauses aus dem Wohnzimmer schlugen, konnte ein Übergreifen auf den Dachstuhl verhindert werden. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis 2.30 Uhr. Hierfür setzten zwei weitere Trupps der Freiwilligen Feuerwehr Lüttringhausen auch eine Wärmebildkamera ein, um eventuell auflodernde Glutnester zu entdecken. „Das komplette Gebäude ist unbewohnbar“, sagte Bußmann. Insgesamt 40 Feuerwehrleute und zehn Rettungsfahrzeuge waren in Lüttringhausen im Einsatz.
Ursache für den verheerenden Brand ist nach Angaben der Polizei vermutlich eine eingeschaltete Herdplatte. Der Sachschaden betrage mindestens 100 000 Euro.
Durch Sauerstoff gezündet
Bußmann vermutet, dass es in dem Gebäude zu einem „Flash Over“ kam – nachdem der Brand auf der Herdplatte geschwelt hatte, habe es durch Sauerstoff eine Durchzündung gegeben, so dass sämtliche brennbare Materialien Feuer fingen.
Die Rettung des 86-Jährigen durch die beiden Nachbarn bezeichnete Bußmann als glücklich; die Feuerwehr warne dennoch davor, brennende Gebäude ohne geeignete Schutzkleidung und Atemschutz zu betreten. „Jeder muss die Risiken und die Eigengefährdung abwägen“, sagte er. Man wolle auf keinen Fall unterbinden, dass Laien Menschenleben retten, wohl aber darauf aufmerksam machen, dass sich Retter schnell selber in Gefahr bringen können. „Wir wollen sensibilisieren, dass jeder selbst abschätzen muss, wie viele Rauchgase sich in einem brennenden Gebäude befinden“, erklärte Bußmann.
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