Remscheid: Förderung für begabte Ausländer eingestellt
zuletzt aktualisiert: 08.09.2010Remscheid (RPO). Das Stipendiaten-Programm "Start" wird in Remscheid nicht mehr fortgesetzt. Die Beteiligten sind mit den Förderbedingungen nicht einverstanden. Das sagte W. Jürgen Ackermann gestern bei einem Pressegespräch. Ackermann ist Vorstand der Marianne und Emil Lux-Stiftung, die während der fünf Jahre währenden Laufzeit des Projektes einer der Hauptsponsoren war.
Mit dem "Start"-Stipendiatenprogramm der Hertie-Stiftung werden begabte Schüler gefördert, die aus Familien mit ausländischen Wurzeln stammen. Das Prinzip: Lokale Sponsoren bringen pro Jahr und Kandidat 5000 Euro auf. Bei einer Förderdauer von drei Jahren macht das 15 000 Euro pro Person. Von diesem Betrag zahlt die Hertie-Stiftung, bei der alle Fäden zusammenlaufen, den Jugendlichen ein monatliches Bildungsgeld von 100 Euro. Außerdem erhalten die Stipendiaten eine einmalige Sachausstattung sowie die Möglichkeit zur Teilnahme an Weiterbildungskursen, die von der Hertie-Stiftung organisiert werden.
Persönliche Fürsorge war wichtig
Besonders war an diesem Projekt das "Remscheider Modell", wie es die Beteiligten gestern nannten: Eine Jury hiesiger Fachleute, darunter der Kulturdezernent, Schulleiter, der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes, aber auch die Sponsoren, suchte unter den Bewerbern geeignete Kandidaten aus – Ausdruck persönlicher Fürsorge, die sich während der Laufzeit des Stipendiums in einer Betreuung mittels Patenschaften fortsetzte.
Dieses Modell war es auch, das die Beteiligten veranlasste, die Hertie-Stiftung um eine Änderung der Förderbedingungen zu bitten – vergeblich, wie Ackermann gestern berichtete. Die Forderungen der Remscheider: Die Kosten für ein Stipendium sollten um die Hälfte reduziert und die Laufzeit eines Stipendiums optional von drei auf zwei Jahre reduziert werden. "So hätten wir mit dem gleichen Geld mehr Stipendien ausloben können", erläuterte Ackermann. Die Stiftung habe diese Anregungen nicht aufgenommen, im Gegenteil, sie habe sogar bemängelt, dass Remscheid die einzige Stadt sei, die ihre Stipendiaten noch selbst aussuche.
Studenten sollen gefördert werden
Das gab für die Beteiligten den Ausschlag, sich aus dem Projekt zu verabschieden. "Wir wollten nicht Geld in ein schwarzes Loch schütten und keine Mitsprache bei der Auswahl der Kandidaten haben", sagte Ackermann. Stattdessen sollen nun über die Universität Wuppertal Studenten naturwissenschaftlicher Fachbereiche gefördert werden. Ein Mitspracherecht bei der Auswahl gebe es zwar auch dort nicht. Doch das Geld bleibe wenigstens in der Region. Erste Gespräche wurden bereits geführt.
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