Remscheid: Förderverein für Bücherei?
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 15.02.2008Remscheid (RPO). Ist der rettende Strohhalm für eine Kultureinrichtung in Sicht? In Lüttringhausen gründet sich ein Förderverein, der die Stadtteilbücherei an der Gertenbachstraße retten möchte. „Wir würden gerne die Bibliothek mit Veranstaltungen verstärkt ins Blickfeld rücken“, sagt Cornelia Traichel, Sprecherin einer kleinen, rührigen Gruppe von Lüttringhauser Bürgern. Ziel sei es, die Bücherei materiell und ideell zu unterstützen. Eine Weiterführung der öffentlichen Einrichtung auf rein ehrenamtlicher Basis hält die Gruppe für unrealistisch.
Wie berichtet, zählt die Schließung der Stadtteilbücherei zu den Maßnahmen im Sparpaket, das die Fraktionen im Herbst gemeinsam geschnürt haben. Damit soll ein Teil der Vorschläge aus dem Rödl-Gutachten umgesetzt werden, die auf Konsolidierung des städtischen Haushalts abzielen. Der Stadtrat gab für die Schließungspläne zwar grünes Licht, die Mietverträge für die Räume an der Gertenbachstraße laufen jedoch erst 2011 aus. Diese Zeitspanne soll nach dem Willen der Politik genutzt werden, um alternative Lösungen zur Weiterführung einer Bücherei in Lüttringhausen zu finden.
„Über 3000 Unterschriften haben doch gezeigt, dass die Lüttringhauser nicht auf eine eigene Bibliothek verzichten wollen“, resümiert Cornelia Traichel. Dass ausgerechnet die traditionsreiche Einrichtung, die im nächsten Jahr 100 Jahre alt wird, geschlossen werden soll, erscheint den Nutzern ungerecht. „Für viele ist sie ein wichtiges Bildungs- und Kommunikationszentrum. Kinder können sie zu Fuß erreichen und ein ausgezeichnetes Medienangebot selbstständig und gratis nutzen“, wirbt die Sprecherin.
Was die Initiatoren jetzt brauchen, ist die Unterstützung weiterer Mitstreiter. Für den 21. Februar haben sie Vertreter aus der Verwaltung, des Marketingrats, des Heimatbundes und Vertreter der Schulen zu einem Gespräch eingeladen – in der Hoffnung, dass sich daraus ein Gründungstreffen entwickelt. An Ideen fehlt es nicht. Mit einem Paukenschlag, etwa einem aktionsreichen Tag der offenen Tür, mit Lesungen, Ausstellungen, Mitmachaktionen und Wettbewerben sollen neue Nutzer angelockt werden. Da die Stadtteilbibliothek ein Frequenzbringer sei, profitiere auch der Handel im Dorf. Derzeit informiere sich die Gruppe über ähnliche Fördervereine in Nachbarstädten.
Kontakt unter Tel. 02191/ 5 36 67 oder Tel. 02191/ 95 38 55.
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