Remscheid: Frauen-Duell bei der CDU
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 04.09.2008Remscheid (RPO). Thea Jüttner fordert Elke Rühl am Montag bei der Wahl um den Parteivorsitz heraus.
Sie will der enttäuschten Basis wieder eine Stimme geben, aber die Partei nicht spalten.Faustdicke Überraschung bei der Remscheider CDU: Die Landtagsabgeordnete Elke Rühl ist beim Kreisparteitag der CDU am Montag, 8. September, nicht die einzige Kandidatin für die Wahl zum Parteivorsitz. Thea Jüttner, langjähriges Ratsmitglied aus dem Stadtbezirksverband Lennep, kündigte gestern bei einem Pressegespräch an, dass sie sich ebenfalls am Montagabend zur Wahl stellen wird. Die Wahl wird nötig, weil der bisherige Vorsitzende Kai Kaltwasser das Amt zur Verfügung gestellt hat. Er protestiert damit gegen die von der Mehrheit der CDU-Ratsfraktion mitgetragene Abwahl von Stadtdirektor und CDU-Mitglied Jürgen Müller.
Der Wahl-Termin
Der 53. Kreisparteitag der CDU findet am Montag, 8. September, im Stadtparkrestaurant Schützenhaus statt.
Beginn ist um 18 Uhr.
Stadtdechant Thomas Kaster spricht zu Beginn ein geistliches Wort.
Am Dienstagabend hatte der Vorstand des Lenneper Ortsverbandes das Für und Wider der Kandidatur lange diskutiert und Jüttner dann zur Kandidatur ermutigt.
Jüttner sieht ihre Kandidatur vor allem als Signal an die Leute an der Parteibasis, „dass sie tatsächlich noch eine Wahl haben und nicht wieder etwas abnicken müssen, was zwei oder drei Leute an der Spitze der Fraktion sich ausgedacht haben“. Zu oft hätten sich in der letzten Zeit Parteimitglieder in persönlichen Gesprächen darüber beschwert, dass sie an Entscheidungsprozessen in der CDU nicht mehr beteiligt werden und nur noch aus der Zeitung erfahren, was die Fraktion vorhat. Der Frust sei groß. Auch die Art und Weise, wie die Senioren-Union Elke Rühl vor Wochen mit einer Pressemitteilung als Kandidatin ins Spiel brachte, sieht man sehr kritisch.
Keinesfalls aber wolle man die Partei oder die Fraktion spalten, betonte der Stadtbezirksvorsitzende und Lenneper Bezirksvorsteher Dr. Heinz-Dieter Rohrweck. Er ist vielmehr davon überzeugt, „dass es der Partei gut tut, wenn sie die Wahl hat“. Fraktionsvize Hilmar Somborn, der auch im Lenneper CDU-Vorstand ist, trage die Kandidatur von Thea Jüttner mit.
„Es muss ein Ruck durch die Partei gehen“, sagte Jüttner. Die CDU müsse wieder zeigen, dass sie noch lebt. Zu viele der über 600 Mitglieder hätten mittlerweile den Eindruck, „dass die da oben machen was sie wollen“.
Obwohl sich bereits viele Verbände für Elke Rühl als neue CDU-Vorsitzende ausgesprochen haben, sieht Thea Jüttner Chancen, die Wahl am Montag zu gewinnen. „Ich trete nicht an, um nicht zu gewinnen“, sagte sie gestern gewohnt kämpferisch. In Vorgesprächen habe sie viel Rückendeckung erfahren. Unter ihrer Führung werde es „keine Kungeleien unter der Decke“, sondern transparente Entscheidungswege geben. Die Basis müsse wieder das Gefühl haben, dass sie ernst genommen werde.
Am späten Dienstagabend hat Thea Jüttner ihre Konkurrentin Elke Rühl telefonisch über ihre Kandidatur informiert. „Sie sollte es nicht aus der Zeitung erfahren.“
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