Remscheid: Frühjahrsputz in freier Natur
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 30.03.2009Remscheid (RPO). Beim bergischen Müllsammeltag beteiligten sich am Wochenende 3329 Helfer, die Beete, Grünanlagen und Spazierwege von insgesamt 16 Tonnen Unrat befreiten.
Wie aus Kübeln schüttete sich der Regen am Samstagvormittag über dem Bergischen Land aus. Dabei wurden Wiesen zur Schlammwüste, und auch auf Bürgersteigen und Straßen stand das Wasser zentimeterhoch. Doch den widrigen Bedingungen zum Trotz stülpten sich die Remscheider die Handschuhe über, zogen die Gummistiefel und Regenjacken an und machten ihre Stadt beim zweiten bergischen Müllsammeltag "picobello". "Ich hatte die Befürchtung, dass bei diesem Wetter überhaupt keiner sammelt. Dem war aber absolut nicht so", berichtete Organisator Andreas Meike vom Stadtmarketing.
Frühzeitig hatten sich offenbar die Müllsammler des Kleingartenvereins Klausen auf den Weg gemacht, um das Gelände rund um die Schrebergartenanlage auf Vordermann zu bringen. An der Straße fanden die Remscheider Entsorgungsbetriebe bei Abholung am frühen Nachmittag rund ein Dutzend prall gefüllter Müllsäcke vor. Daneben türmten sich alte Autoreifen, Eimer mit zerbrochenen Fliesen, ein verrostetes Fenster und sogar eine elektrische Säge.
Aktive Helfer
43 Gruppen mit insgesamt 3329 Helfern meldeten sich an, um beim bergischen Müllsammeltag mitzumachen. Dabei nahmen sich Schulen und Kindergärten schon am Freitag der Reinigung ihrer nächsten Umgebung an.
Rund 16 Tonnen Müll wurden auf Remscheider Stadtgebiet gesammelt. Bei der Aktion im vergangenen Jahr war es eine Tonne mehr.
Auch Kinder sammelten eifrig mit
Zu den zuverlässigsten Saubermännern gehören seit Jahren auch die Aktiven der IG Christhauser Straße/Fontanestraße. Auch diesmal waren 40 Erwachsene und Kinder bereit, Organisator Thomas Bauer beim Großreinemachen rund um die Lenneper Siedlung beizustehen. "Regen hält uns nicht ab", meinte Bauer, der mit einer Kinderschar das eingezäunte Gelände rund um den kleinen Wasserlauf nach Müll und Unrat absuchte. Coladosen, Pappbecher hinlänglich bekannter Fastfood-Ketten, ein Arsenal an Flaschen, verrotteter Draht, leere Zigarettenschachteln, Plastikabfall und jede Menge unappetitlicher, modriger und undefinierbarer Abfall kamen dabei zutage.
Ein Stück weiter mussten vier erwachsene Männer ran, um eine alte Matratze aus dem Wasser zu ziehen. "Die liegt schon länger hier", wusste Juliane zu berichten, während ihr Vater und die weiteren Helfer alle Kräfte mobilisierten, um das schmuddelige, mit Wasser vollgesogene Teil zu bergen und zur Sammelstelle zu schleppen. Derweil fischte Erika Arndt Plastiktüten aus den Bäumen, die eigentlich für die Hinterlassenschaften der Vierbeiner Hunde gedacht waren. Dass sie bei strömendem Regen den Müll anderer Leute entfernte, wurde von der Anwohnerin gleichmütig weggesteckt. Nur die vielen Glasscherben und Hundehaufen auf den Wiesen, auf denen Kinder spielen, stießen der Lenneperin übel auf.
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